Oberösterreich bei Erneuerbaren Energien an der Spitze
44 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Oberösterreich werden aus erneuerbaren Energien gedeckt – so viel wie noch nie zuvor. Beim Strom sind es bereits 91 Prozent. Oberösterreich und Niederösterreich sind damit Spitzenreiter unter den Bundesländern.
“Wir handeln, während andere nur reden – dieser Grundsatz prägt die Energiepolitik in Oberösterreich. Die aktuellen Daten belegen eindrucksvoll: Oberösterreich ist gemeinsam mit Niederösterreich Spitzenreiter unter den Bundesländern bei der Umsetzung der Energiewende”, unterstreicht Wirtschafts- und Energie-Landesrat Markus Achleitner.
Rekordwerte bei Strom und Raumwärme
Die Stromerzeugung erfolgte 2024 zu 91 Prozent aus erneuerbaren Quellen – ein Rekordwert von 12,7 Milliarden Kilowattstunden. Mehr als 71 Prozent der Raumwärme kommen bereits aus klimafreundlichen Energiequellen, was den Erfolg der Heizkesseltausch-Initiative “Raus aus dem Heizen mit fossilen Brennstoffen” belegt. Insgesamt werden 44,1 Prozent des Endenergieverbrauchs aus erneuerbarer Energie gedeckt – eine Steigerung um 12 Prozent gegenüber 2018. Im EU-Vergleich zeigt sich die Spitzenposition besonders deutlich: Im EU-Schnitt erfolgt die Stromerzeugung nur zu 47 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Durch den massiven Ausbau wurde 2024 ein wichtiges Ziel erreicht: Oberösterreich erzeugte mehr Strom als verbraucht und wurde zu einem Strom-Exportland mit bilanziell 842 GWh exportiertem Strom.
Photovoltaik-Boom hält an
2025 wurden in Oberösterreich weitere 15.000 neue PV-Anlagen errichtet – rein statistisch alle 35 Minuten eine neue Anlage. Damit sind jetzt mehr als 2.300 MW installiert, um 89 Prozent mehr als der Zielwert für 2025. Besonders erfreulich: 89 Prozent aller neuen PV-Anlagen werden mit einem Speichersystem installiert. Bei PV-Freiflächenanlagen wurden 2025 die Widmungen für 51 Anlagen mit rund 209 Hektar Fläche genehmigt – das entspricht 300 Fußballfeldern. Mit 1.987 Energiegemeinschaften und mehr als 36.000 Mitgliedern liegt Oberösterreich deutlich vor dem zweitplatzierten Bundesland mit 1.149 Energiegemeinschaften.
Energie AG investiert vier Milliarden Euro
Der Landesenergieversorger Energie AG Oberösterreich ist ein wichtiger Partner beim Umstieg. Am 22. Jänner 2026 erfolgte die Tunnelanschlagfeier beim Neubau des Wasserkraftwerks Traunfall, wo die jährliche Stromproduktion um rund 80 Prozent auf 125 GWh gesteigert wird. Bis 2035 investiert die Energie AG zwei Milliarden Euro in die Erzeugung erneuerbarer Energien und weitere zwei Milliarden Euro in den Netzausbau. Alleine 450 Millionen Euro fließen in das Pumpspeicherkraftwerk Ebensee, das mehr als 280.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen wird.
Bis zu 11.400 Euro Förderung für Heizungstausch
Mit der neuen Sanierungsoffensive 2026 des Bundes gibt es die Möglichkeit zur Kombination von Landes- und Bundesförderungen mit einer Gesamt-Förderhöhe von bis zu 11.400 Euro. Gefördert wird der Umstieg von fossilen Heizsystemen auf klimafreundliche Alternativen wie Biomasseheizungen, Wärmepumpen oder Fernwärme. Die Förderung “Sauber Heizen für Alle” macht klimafreundliches Heizen auch für einkommensschwache Haushalte möglich und übernimmt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten für Haushalte aus dem untersten Einkommensfünftel.
Wirtschaftswachstum ohne Mehrverbrauch
Ein wichtiger Erfolg: Bei einem Wirtschaftswachstum von 98 Prozent seit 2005 ist der Endenergieverbrauch um 4 Prozent gesunken, die Treibhausgas-Emissionen sogar um 18 Prozent. “Oberösterreich ist Vorreiter beim Umstieg auf erneuerbare Energien, weil die Energiewende in unserem Bundesland breit mitgetragen wird”, so Landesrat Achleitner. 2026 stehen im Energiebereich 40,6 Millionen Euro zur Verfügung, wobei 90 Prozent des Förderbudgets für den Ausbau erneuerbarer Energien verwendet werden.
Redaktion
- MMH
Fotos
Land OÖ / Charlotte Guggenberger