
W wie Wasser. W wie Wertschätzung.
Das beliebteste Getränk am Arbeitsplatz im Jahr 1998? Kaffee. Eine Wasserkaraffe auf dem Schreibtisch? Kaum zu sehen. Schon damals, im Alter von 22 Jahren, fand Robert Stolz diesen Umstand alarmierend. Heute, 25 Jahre später und nach viel Aufklärungsarbeit, hat Culligan Austria, das Unternehmen, in dem er nun Managing Director ist, Fortschritte gemacht, um das Wassertrinken „cool“ zu machen. Ein Gespräch mit einem Experten fürs Wassertrinken.
Sie sind schon sehr lange im Unternehmen. Was hat sich bei den Trinkgewohnheiten der Österreicher verändert?
Robert Stolz: Ein positiver Wandel ist, dass heute jedes Kind eine Refillflasche mit in die Schule nimmt. In meiner Generation war das anders; wir sind die, die immer noch oft Wasser in Plastikflaschen kaufen. Außerdem ist das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Wasser gestiegen. Jeder weiß, dass man ohne Wasser nicht produktiv sein kann.
Eine große Kundengruppe von Culligan sind Unternehmen, die Wasserspender für ihre Mitarbeiterinnen aufstellen. Hat das Thema
im Personalbereich Fuß gefasst?
Robert Stolz: Teilweise. Von den 500 größten Unternehmen Österreichs sind 400 bereits unsere Kunden. Professionelle HR-Abteilungen wissen, wie wichtig Trinkwasser für die Arbeitsbedingungen ist. Kleinere Unternehmen hingegen sind oft noch nicht so weit. Hier müssen wir noch Aufklärungsarbeit leisten, um das Bewusstsein zu schärfen.
Wie profitiert ein Arbeitgeber, wenn sein Team mehr Wasser trinkt?
Robert Stolz: Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist der Mensch weniger produktiv, was in unserer schnelllebigen Arbeitswelt problematisch ist. Dehydration durch Arbeitsstress kann langfristig zu gesundheitlichen Problemen und mehr Krankenständen führen.
Leitungswasser in Österreich hat ausgezeichnete Qualität. Könnte man nicht auch ohne Wasserspender auskommen?
Robert Stolz: Studien zeigen, dass Menschen mehr trinken, wenn ein Wasserspender in der Nähe ist. Viele Unternehmen haben heute moderne Wasserspender in der Teeküche , die an die eigene Leitung angeschlossen werden und die Mitarbeitende auf Knopfdruck mit gefiltertem, perfekt temperiertem und auch prickelndem Wasser versorgen. Das sorgt für Attraktivität und damit eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme.
Warum haben dann noch nicht alle Unternehmen Wasserspender?
Robert Stolz: Früher lag die Verantwortung für die Gesundheit allein bei den Mitarbeitern. Das ändert sich langsam. Unternehmen erkennen, dass eine angenehme Arbeitsatmosphäre, inklusive Wasserangebot, zur Mitarbeitergesundheit beiträgt. In vielen Ländern, etwa in Skandinavien oder Großbritannien, ist es längst Standard, dass Arbeitgeber dafür sorgen, dass Mitarbeiter gut mit Wasser versorgt sind. Österreich hinkt in dem Punkt noch hinterher.
Ich könnte mir vorstellen, dass auch die Nachhaltigkeitsthematik als Argument dient…
Robert Stolz: Definitiv. Wir sehen, dass Einwegplastik in Unternehmen ein großes Problem ist. Mit einem Wasserspender können Unternehmen dieses Problem lösen, bevor es entsteht. Besonders, wenn das Leitungswasser veredelt wird – gekühlt und mit Kohlensäure angereichert –, kann Plastikmüll vermieden werden. Dies zeigt, dass der Arbeitgeber Verantwortung übernimmt und Nachhaltigkeit ernst nimmt. Übrigens ist das auch ein Punkt, der für viele junge Fachkräfte in die Wahl des Arbeitgebers mit hineinspielt. Und meiner Meinung nach darf es auch einfach nicht mehr sein, dass in einer modernen Gesellschaft die Mitarbeiter mit einer Einwegplastikflasche zur Arbeit kommen._
Redaktion
- Zofia Wegrzecka
Fotos
Philipp Lipiarski; Culligan Austria