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Schon gewusst

Geschlechtergleichstellung in Führungspositionen noch in weiter Ferne

21. Februar 2022

Gleichstellung in Führungspositionen? Frankreich Spitzenreiter mit 43%, Österreich 28%
21.02.

Deloitte Studie: Geschlechtergleichstellung in Führungsgremien ist in weiter Ferne

Im Rahmen der Studie „Women in the Boardroom“ untersucht das Beratungsunternehmen Deloitte bereits zum siebten Mal weltweit den Frauenanteil in den höchsten Führungsetagen der Unternehmen.

Gleichstellungs-Spitzenreiter Frankreich und Norwegen – Österreich nur im Mittelfeld

Weltweit erzielen einige europäische Länder die besten Noten, was den Frauenanteil betrifft.

Frankreich (43 %), Norwegen (42 %) und Italien (37 %) haben weltweit den höchsten Prozentsatz an Frauen in Führungsgremien. Österreich befindet sich mit 28 % Frauenanteil nur im Mittelfeld.

Geschlechtergleichheit global erst 2045, bei dem jetzigen “Tempo”

Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Auf globaler Ebene ist hinsichtlich der Repräsentanz von Frauen in Aufsichtsräten noch wenig Fortschritt zu verzeichnen. Im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2019 bedeutet das nur eine Steigerung von 3 %. Wenn es auf globaler Ebene in diesem Tempo weitergeht, gibt es erst 2045 eine Geschlechtergleichheit in Führungsgremien.

Frauenquote in Österreich greift

Auch in Österreich gibt es bei Neubestellungen von Aufsichtsräten in börsennotierten Unternehmen sowie in Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten eine verpflichtende Frauenquote von 30 %. Nun werden die ersten positiven Auswirkungen sichtbar: In den heimischen Aufsichtsräten steigt der Frauenanteil – auch über die gesetzlich verpflichteten Unternehmen hinaus. Weibliche Führungskräfte nehmen mittlerweile 28 % der Aufsichtsratsplätze ein. Gundi Wentner dazu: „Ohne Quote gibt es keine Veränderung. Mehr Frauen im Aufsichtsrat führen zwar nicht automatisch zu mehr Frauen in den anderen Top-Führungspositionen im Unternehmen. Dennoch können Aufsichtsräte den Rekrutierungsprozess von Vorstandspositionen beeinflussen. Strukturierte Auswahlverfahren, bei denen Frauen ihr Potenzial zeigen können, sind daher unabdinglich.“

Kürzere Verweildauer von Frauen im Aufsichtsrat- Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Karriere wichtig

Laut Studie sticht der große Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der Verweildauer in Aufsichtsräten negativ hervor. Während in Österreich Frauen durchschnittlich 4,9 Jahre eine solche Funktion bekleiden, besetzen Männer die Positionen für 7,8 Jahre. Auch auf internationaler Ebene haben Frauen (5,1 Jahre) kürzere Funktionsperioden als Männer (7,6 Jahre). „Im globalen Vergleich ist in Österreich bei der Verweildauer die Kluft zwischen den Geschlechtern noch groß. Es braucht nachhaltige Maßnahmen, um geeignete Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Vollzeitbeschäftigung zu schaffen: Ganztagsschulen, mehr öffentliche Unterstützung in der Angehörigenpflege sowie weibliche Vorbilder helfen bei der Förderung von Frauenkarrieren“, erklärt die Deloitte Partnerin abschließend.

Unsere Analyse belegt: Die Quote greift, aber das reicht nicht. Geschlechterdiversität und Vielfalt müssen in den Unternehmen umfassend gefördert werden.

Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich

Themen wie die Nachfolgeplanung sowie diskriminierungsfreie Prozesse in der Rekrutierung und Entwicklung weiblicher Führungskräfte müssten als Fixpunkte auf der Unternehmensagenda stehen.

Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich

Über die Studie

Der Deloitte Report „Women in the Boardroom“ wurde in Zusammenarbeit mit der internationalen Kampagnengruppe „The 30 % Club“erstellt. Insgesamt wurden hierfür die Daten aus 72 Ländern analysiert. Die Studie beruht auf der Befragung von mehr als 176.000 aktiven Aufsichtsräten und Vorständen aus 51 Ländern und der zusätzlichen Analyse von Daten zur Geschlechterdiversität in Führungsebenen aus 21 Ländern. Die angegebenen prozentualen Veränderungen beziehen sich auf die Ergebnisse von früheren Ausgaben dieses Berichts.

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Redaktion
SWW
Erschienen
21.2.2022
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