MINT-Absolventen gefragter denn je

MINT-Absolventen gefragter denn je

Neue Ausbildungswege, eine frühzeitige Auseinandersetzung und die Auflösung von tradierten stereotypischen Rollenbildern sollen die MINT-Lücke schließen.

„MINT-Ausbildungen gewinnen weiter an Bedeutung, weil nur mit innovativen Technologien Wachstum, Digitalisierung, Automatisierung oder Umweltschutz möglich sind“, sagt Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung OÖ. Die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sei somit ein Schlüsselfaktor für die Zukunft der Wirtschaft.

Neuer Ansatz zur Aufhebung stereotyper Rollenbilder

Trotz Karrierechancen entscheiden sich viele junge Menschen gegen eine MINT-Ausbildung: „MINT-Berufe sind Zukunftsberufe, die vielfältige und spannende Aufgaben bieten“, erklärt Nationalratsabgeordnete Therese Niss und ergänzt: „Lehrkräfte und Eltern erwarten von Burschen mehr Interesse an den MINT-Bereichen. Das geschieht oft implizit. Zugleich lassen sich früh geprägte Vorstellungen junger Mädchen über diese Berufe später nur schwer korrigieren.“ Das Kompetenzzentrum für Verhaltensökonomie im Institut für Höhere Studien (IHS) hat in einer Feldstudie festgestellt, dass etwa mathematische Fähigkeiten von Mädchen und Buben auf dem gleichen Niveau liegen, sich Burschen aber deutlich in ihrem Können überschätzen und die Wettbewerbsfreude ausgeprägter ist. Die Folgen für die falsche Selbsteinschätzung der Mädchen, die oft aus tradierten Rollenbildern innerhalb der Familie entstehen, seien bekannt: „Frauen haben ein deutlich geringeres Lebenseinkommen. Und Oberösterreichs Wirtschaft fehlen die Fachkräfte“, so Niss.

Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde von Therese Niss gmeinsam mit dem IHS und FehrAdvice ein Experiment gestartet. Die Webplattform „Robitopia“ soll neben der Wissensvermittlung auch die Steigerung des Wettbewerbswillens und die Änderung von Rollenbildern fördern. Niss: „Nun gilt es, das Spiel weiterzuentwickeln und Eltern und Lehrkräfte zu sensibilisieren, um mehr Kinder und Jugendliche – vor allem auch Mädchen – für MINT-Ausbildungen zu gewinnen."