Industriellenvereinigung

Oberösterreich im Standortvergleich

„Oberösterreich ist im Standortwettbewerb am richtigen Weg, aber es bleibt noch viel zu tun“, betont der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Joachim Haindl-Grutsch. Beim Regional Competitive Index (RCI), einen EU-weiten Vergleich europäischer Regionen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit, konnte sich Oberösterreich deutlich verbessern.

Budgetausgleich und Schuldenabbau

„Eine wesentliche Standortqualität liegt heute darin, rasch und flexibel auf unerwartete Ereignisse und Entwicklungen reagieren zu können“, sagt der Präsident der Industriellenvereinigung Axel Greiner. Voraussetzung dafür sei die konsequente Verbesserung der Standortrahmenbedingung auf Bundes- und Landesebene. Und dazu brauche es ein ausgeglichenes Budget: „Wir kommen nicht nach vorne, wenn wir nicht auf gesunden Finanzen sitzen“, so Haindl-Grutsch. Zufrieden zeige man sich mit der ÖVP-FPÖ-Koalition des Landes, von der neuen türkis-grünen Regierung erwarte man sich Entlastungsschritte durch Steuerreform und eine Senkung der Körperschaftssteuer. „Wir werden die Einhaltung des Budgetkurses der neuen Bundesregierung auch weiterhin genau verfolgen“, sagt Greiner.

Details zum Ranking der Industrieregionen

Mit dem RCI vergleicht die Europäische Kommission 268 europäische Regionen nach elf verschiedenen Kriterien in ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Oberösterreich hat sich im Gesamtindex von Platz 103 im RCI 2016 auf Platz 74 im RCI 2019 verbessert. Im Ranking mit insgesamt 86 ähnlich strukturieren europäischen Regionen springt Oberösterreich von Platz 51 auf Platz 34 . Gute Arbeitsmarktdaten, eine hohe Bildungs- und Qualifizierungsbeteiligung, eine hohe Forschungsquote und eine gut ausgebaute Bahninfrastruktur zählen zu den wesentlichen Stärken von Oberösterreich im RCI. „Wir möchten bis 2030 zu den Top 10 zählen und sind auf dem richtigen Weg. Oberösterreich weist aber weiterhin in fünf Bereichen einen deutlichen Abstand zu den Spitzenregionen auf“, fasst Haindl-Grutsch zusammen. Die fünf „zentralen Hebel“ betreffen neben Budgetausgleich und Schuldenabbau den Abbau von Bürokratie und Überregulierung, die Steigerung der Anzahl von MINT-Absolventen, Verbesserungen in Breitband-, Verkehrs- und Energieinfrastruktur und den Ausbau von Forschungsaktivitäten .

Bis 2030 möchte das Land Oberösterreich eine Milliarde Euro in die Wirtschafts- und Forschungsförderung, 300 Millionen in den öffentlichen Verkehr und 100 Millionen Euro in den Breitbandausbau investieren, wie von Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner angekündigt wurde.

Der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Joachim Haindl-Grutsch