Kein Job nach Schema F

4 Fragen an David Packer

Der Politikberater David Packer aus Linz berät Individualpersonen, die bereits in der Politik sind oder dort tätig werden möchten, und Organisationen mit Hauptaugenmerk auf Österreich.

01_Braucht ein Politiker einen USP?

PackerJa, zumindest die Spitzenkandidaten brauchen eine Art Alleinstellungsmerkmal. Wobei ich in der Politik den Begriff USP durch Charisma ersetzen würde. Wir wissen, dass Wahlentscheidungen, wenn es inhaltlich für den Bürger nicht eindeutig ist, zum Großteil von der jeweiligen Frontperson der Partei abhängen. Bei Unternehmen ist es zumeist umgekehrt: Da steht normalerweise die Firma oder das Produkt im Vordergrund. Die Vorstände, Geschäftsführer und Entscheidungsträger agieren im Hintergrund – wenn sie nicht gerade Steve Jobs heißen.

02_Viele Politiker wirken wie von Beratern ferngesteuert...

PackerDas stimmt. Wir erleben derzeit das Ende der Hochphase des Coachings, wie wir es bisher kannten. Bei vielen Politikern spürt man, dass sie sich verbiegen. Die Leute wollen aber Authentizität. Ein bekanntes Beispiel ist der letzte Präsidentschaftswahlkampf in den USA. Trotz streitbarer Inhalte gewann Donald Trump gegen eine unauthentische Kampagne von Hillary Clinton. Das Aufgesetzte funktioniert nicht mehr.

03_Wie würden Sie Landeshauptmann Thomas Stelzer hinsichtlich seines USP beziehungsweise seines Charismas analysieren?

PackerEs gibt verschiedene Führungstypen. Stelzer ist der Manager, der Ausführer. Ich denke, er managt sehr gewissenhaft und professionell und nimmt die eine oder andere neue Entwicklung auf, er erarbeitet Konkretes.

04_Wie wird sich das auf den Landtagswahlkampf 2021 auswirken?

PackerDie OÖVP profitiert sehr vom Rückenwind der Bundespartei und der Landeshauptmannsessel ist kaum in Gefahr. Eine Frage wird zudem sein, welche Themen den Wahlkampf dominieren. Parteien und politische Organisationen leben sehr stark von der Kernkompetenzzuschreibung. Das ist deren Alleinstellungsmerkmal. Aktuelles Beispiel sind die Grünen und Lösungen für die Klimakrise. Was 2021 auf der Tagesordnung steht, lässt sich aber noch nicht vorhersagen. Vielleicht etwas ganz Neues. Die Welt ist gerade in der heutigen Zeit immer in Bewegung.

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