Exportländer China und Australien

Chancen für heimische Firmen in Fernost und Ozeanien

Die Konjunktur in Europa bremst deutlich ein. Oberösterreichische Exporteure sollen daher ihre Fühler stärker nach Fernost und Ozeanien ausstrecken. Als zwei spannende Märkte gelten laut Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) etwa China und Australien.

Knapp über 21 Prozent der Exporte der oberösterreichischen Firmen gehen nach Übersee. Bis Ende 2020 soll dieser Anteil auf 25 Prozent gesteigert werden, so das Ziel der WKOÖ. Bei „der aktuellen Verfinsterung des Konjunkturhimmels rund um Österreich“ ist es laut WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer umso wichtiger, in Märkten mit besonders viel Potential zu gehen. Die wirtschaftliche Dynamik findet außerhalb Europas statt. Während das BIP-Wachstum 2013 bis 2018 in der EU im Schnitt 1,8 Prozent betrug, verzeichnete Asien in diesem Zeitraum 6,6 Prozent. Für 2019 und 2020 wird im EU-Raum ein Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert, für Asien 6,1 Prozent.

China im Wandel

Langsameres Wachstum, der sich abzeichnende Strukturwandel, weniger Investitionen und zunehmende Handelskonflikte machen es ausländischen Unternehmen nicht immer leicht in Fernost Fuß zu fassen. Dennoch ist China derzeit nach Deutschland, Italien, den USA und der Schweiz der fünftwichtigste Handelspartner für Österreich weltweit und es gibt laut Wirtschaftsdelegierten Martin Glatz auch noch viel Potential. China setze sehr stark auf Nachhaltigkeit und Green Development. Das Land will bis zum Jahr 2035 Technologiesupermacht werden. Die Erfahrung von österreichischen Firmen werde sehr geschätzt, es gebe etwa im Bereich neuer Technologien interessante Geschäftsmöglichkeiten.

Wussten Sie eigentlich, dass …

… China bei den wichtigsten Exportländern Österreichs auf Rang 8 liegt?

… in China derzeit über 700 Niederlassungen österreichischer Unternehmen ansässig sind?

Australien: Wirtschaftswachstum seit 28 Jahren

Das Wachstum der Wirtschaft in Australien reißt seit 28 Jahren nicht ab. „Und das soll sich auch in Zukunft nicht ändern“, sagt Karl Hartleb, Wirtschaftsdelegierter in Sydney. Die Bereiche Bergbau, Öl- und Gas, Infrastruktur sowie Gesundheit und Bildung würden für oberösterreichische Unternehmen große Chancen für Exporte bieten. Als weitere konkrete spannende Bereiche nennt Hartleb die Automatisierung der Infrastruktur und Landwirtschaft. Erneuerbare Energie würden auch in Australien immer wichtiger werden. Hartleb sieht ein politisches Umdenken, man will für eine Energiewende sorgen. Als Herausforderungen für heimische Firmen nennt der Wirtschaftsdelegierte den Fachkräftemangel, hohe Löhne und teure Energiepreise.

Wussten Sie eigentlich, dass …

… bereits rund 130 österreichische Unternehmen in Australien eine Niederlassung haben?

… Australien die siebtwichtigste Übersee-Exportdestination Österreichs ist?