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 Was wir von Kindern (für die Zukunft) lernen können
Header Karriere Menschen

Was wir von Kindern (für die Zukunft) lernen können

23. März 2026

Ali Mahlodji war das Kind, aus dem „nichts werden wird“. Heute zeigt er Unternehmen, wie man Menschen nicht kaputt macht. Seine These: Wir alle hatten mal Bock (auf Arbeit). Bis man ihn uns abtrainiert hat.

Das Plüschmonster in der Ecke grinst uns zu. Ein Kind würde hier gar nicht mehr aufhören können zu schauen – so viel gibt es zu entdecken. Bilder, Gemälde, Fotos, aufgehängte Magazincover. Ja, wir sind neugierig. Aber wir sind aus einem anderen Grund hier. Hier in Wien, in Ali Mahlodjis Studio. Wir wollen über Alis neues Buch sprechen. Und über die Zukunft von Bildung. Also: Die Deko im Raum kann warten. 

Vor uns auf dem Tisch liegt das besagte Buch. Der Titel: Null Bock auf Arbeit. Oder eher: Bock auf Arbeit. Das Wort „Null“ ist durchgestrichen. Wieso Ali den Titel gewählt hat? „Kein Baby liegt in der Wiege und denkt: Ich habe keinen Bock auf Laufen und Sprechen“, sagt Ali und lehnt sich zurück. „Niemand wird mit dieser Null-Bock-Mentalität geboren.“ Warum verlieren wir sie dann? Die Neugier. Den Bock. Die Lust, Dinge zu lernen? Auf diese Frage gibt es Antworten. Und die liefert Ali in seinem Buch. Auf 182 Seiten, in sechs Kapiteln. Denn für ihn ist klar: So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.

Kein Baby kommt auf die Welt und denkt: „Ich habe keinen Bock.“
Ali Mahlodji
Unternehmer & Keynote-Speaker

Null Bock auf Arbeit

Die Zahlen sind brutal. Die letzte Gallup-Studie zeigt: Nur neun Prozent der Belegschaft in Österreich sind mit „Hand, Herz und Hirn“ bei der Arbeit. 91 Prozent machen Dienst nach Vorschrift. Aber damit hört es nicht auf. „Im besten Fall stehst du auf und gehst, wenn du keinen Bock hast“, sagt Ali. Doch die Studie zeigt: Nur 20 Prozent sind willig zu wechseln. „Das heißt, wir haben ein Land, wo 90 Prozent der Angestellten keinen Bock haben und 80 Prozent sagen: Ich sitze das aus.“ Da muss man erst mal schlucken. „ Ein weggeschmissenes Leben“, bringt es Ali auf den Punkt. 

Vor allem, weil diese Denkweise heute nicht mehr zumutbar sei. Die Welt habe sich gewandelt. „Die Wahrheit ist: Vor 20 Jahren hätte man so etwas aussitzen können. Vor zehn Jahren gab es noch das Versprechen: Mach eine sichere Ausbildung, geh zum Arbeitgeber, bleib bis zur Pension, danach übernimmt der Staat“, sagt Ali. Heute? Keine Ahnung, wie die Zukunft aussieht. Die zwei Sicherheitsnetze der alten Welt – lebenslanger Arbeitgeber, fürsorglicher Staat – sind gerissen. Eines ist klar: Es braucht einen Wandel in der Denkweise. Ganz dringend.

Ob ihn all diese Probleme pessimistisch stimmen? Ganz im Gegenteil. Ali strotzt vor Tatendrang und Hoffnung. Denn Tag für Tag erlebt er auch das genaue Gegenteil vom tristen Bild der Null-Bock-Gesellschaft: „Wenn ich mit Jugendlichen zu tun habe, deren Job mit Sinn erfüllt ist – wo sie herausgefordert werden, Erfolgserlebnisse haben, wo sie das Gefühl haben, gebraucht und gesehen zu werden –, da habe ich noch nie erlebt, dass einer keinen Bock hat. Noch nie.“

Was wir verlernt haben

Aber wo fängt das Problem an? Ali holt weit aus, bis in die Kindheit. „Das Komplexeste, was das menschliche Gehirn lernt, ist Sprache. Und das Zweitkomplexeste ist der aufrechte Gang“, sagt er. „Wie hast du das gelernt? Du bist aufgestanden, hingefallen und wieder aufgestanden.“ Kein Kind denke beim Hinfallen: „Ich bin gescheitert. Ich bin ein Versager. Das schaffe ich nie.“ Es steht einfach wieder auf. Bis es läuft. Heute reden Bildungsexperten über Fehlerkultur, Resilienz und lebenslanges Lernen. Dabei werde, laut Ali, eines vergessen: Das seien Dinge, die wir bereits konnten – die uns aber abtrainiert wurden. „Wenn ich mein zweijähriges Kind ansehe, denke ich mir: Du bist besser vorbereitet auf die Zukunft als irgendein Vorstandsvorsitzender einer großen Bank.“

Zukunft wagen. Zukunftsfragen

Welche etablierte Überzeugung über die neue Generation wird in den nächsten zehn Jahren obsolet?

Ali Mahlodji | Dass sie eine verlorene Generation sei und eine schreckliche Zukunft haben werde. Es wird sich herausstellen, dass das nicht stimmt.

Was bereitet dir Sorgen, wenn du an die Zukunft denkst?

Ali Mahlodji | Dass die Entscheidungsträger – die Eltern, die Politik – jungen Menschen die ganze Zeit die Welt schlechtreden. Das ist das Gift dieser Welt.

Wo liegt der große blinde Fleck im Umgang mit der neuen Generation?

Ali Mahlodji | Dass wir Erwachsenen nicht checken, dass wir auch mal eine neue Generation waren – und dass es uns damals am Arsch gegangen ist, dass die Leute zu uns gesagt haben: ‚Ja, was soll aus euch bloß werden?‘

Wenn du Führungskräften einen unbequemen Ratschlag geben könntest … welcher wäre das?

Ali Mahlodji | Hinterfragt all eure Belohnungsmodelle und fragt euch, ob ihr eure Mitarbeitenden wirklich kennt oder ob ihr euch das nur einredet.

Und was wir gelernt haben

„Wenn du in eine Schule gehst und mit Zehnjährigen sprichst, siehst du Leuchten in ihren Augen.“ Die Vorfreude und der Tatendrang seien noch da. „Und dann gehst du in derselben Schule ein paar Stockwerke höher in die Oberstufe. Und das Leuchten ist weg.“ Was ist in diesen paar Jahren passiert? „Die Kinder haben etwas gelernt.“ Aber er meint nicht die Mathematikformeln oder die Lateinvokabeln. Die Kinder haben Angst gelernt. Angst vor Fehlern. Angst, bewertet zu werden. Angst, nicht zu genügen. Und: dass Neugier keinen Platz hat. Alis Message an Lehrkräfte: „Ihr müsst es schaffen, die Kinder daran zu erinnern, wer sie sind, und an das, was sie schon in sich haben.“ 

Das Bild in Bildung

Dass das Umfeld entscheidend ist, weiß Ali aus eigener Erfahrung. „Ich hatte die meisten Fehlstunden. Die schlimmsten Zeugnisse.“ Dass aus ihm nichts werden würde, war die Geschichte, die ihm von Lehrern erzählt wurde. Drei Jahre später wechselte er die Schule. Neues Umfeld. Neue Lehrpersonen. Das Ergebnis: Matura mit Auszeichnung. Studienabschluss in Rekordzeit. „Den Unterschied machte nicht ich“, sagt Ali, „den Unterschied machte das Umfeld.“


Lehrkräfte, die an ihn geglaubt haben. Die eine neue Geschichte erzählt haben. Eine, in der Ali so sein durfte, wie er war, und in der er alles schaffen konnte. Eine, die er auch schrieb: vom Flüchtlingskind zum international preisgekrönten Unternehmer.

„Mehr als die Hälfte von allem, was im Leben gelingt, ist aufs Umfeld zurückzuführen.“ Was zählt, sei nicht Talent, nicht Intelligenz, nicht Herkunft. Sondern die Räume, die Menschen vorfinden. Und welche Geschichten man ihnen über sich selbst erzählt. Oder welche Bilder man erschafft. „Bildung hat das Wort ‚Bild‘ in sich“, sagt er. „Welches Bild habe ich von der Welt? Und welches Bild habe ich von mir selbst?“ Das seien die Dinge, die wir in der Schule lernen. Die Lehrpläne, die Fächer, die Prüfungen seien nur Nebensache.

(Schach-) Züge, die alles verändern

Wie setzt du den Stillstand im Bildungssystem oder in Unternehmen schachmatt?

„Indem ich allen Beteiligten ihre Lebendigkeit wiedergebe.“

Wer glaubt, er sei der König im Spiel, ist aber längst nur noch eine Randfigur?

„Das Märchen vom sicheren Arbeitsplatz und der einen Ausbildung, auf die es ankommt.“

Was wäre der Gambit, also welchen schmerzhaften Verlust müssten wir akzeptieren, um langfristig zu gewinnen?

„Dass alle Rollen, die wir uns bisher so erarbeitet haben, nichts mehr wert sind. Alle Jobs, alle akademischen Titel. Die Fähigkeiten dahinter schon, aber die Titel und Rollen sind nichts mehr wert.“ 

Wo sind wir unter Zugzwang? Wo müssen wir jetzt handeln, auch wenn jeder Zug riskant erscheint?

„Wir müssen uns die Frage stellen: Was macht einen Menschen zur besten Version seiner selbst? Dann werden wir merken, dass wir die Hälfte der klassischen Schulfächer nicht brauchen.“

Und jetzt?

Alles schön und gut, könnte man sagen. Aber unser Problem besteht immer noch. Wir haben eine Gesellschaft, der in der Schulzeit der „Bock“ abtrainiert wurde. Wir haben Menschen, die nicht arbeiten wollen. Was jetzt? Dass Arbeit nicht immer Spaß machen kann, ist auch Ali klar. Das sei aber nicht das Entscheidende. „Es geht nicht darum, nur Dinge zu tun, die dir Freude machen.“ Aber Menschen könnten sehr viel aushalten, wenn sie verstehen, wofür sie etwas tun. Wenn sie sich gebraucht fühlen. Wenn sie gesehen werden. Nicht nur in der Schule, sondern auch in der Arbeitswelt. Statt Lehrkräften brauche es heute Führungskräfte, „die Coaches und Mentoren sind“. Und einige haben ihre Rolle bereits verstanden. Verstanden, dass sie ein Bild malen müssen, das dem Team einen Purpose gibt. Dass sie ihre Mitarbeitenden als Menschen sehen müssen anstatt als Arbeitstiere. Aber ist das nicht zu teuer? Nimmt das nicht zu viel Zeit weg? Wir spielen mal den Advocatus Diaboli. Auch darauf hat Ali eine Antwort: „Es gibt diesen Witz, in dem der Finanzchef zum CEO sagt: ‚Was ist, wenn wir so viel in die Leute investieren und sie abhauen?‘ Und der CEO sagt: ‚Ja, was ist, wenn wir nicht in die Leute investieren und sie bleiben?‘“ 

Ali erzählt uns von zwei Unternehmen, die es verstanden haben: von einem Installateurbetrieb in Niederösterreich, der Yogakurse während der Arbeitszeit anbietet und Mindsettrainings bezahlt. Und von einem Dachdeckerbetrieb in Deutschland, der – trotz des eher unattraktiven Jobs – mehr Bewerbungen bekommt, als er annehmen kann. Der Grund? „Weil der Chef jedes Jahr mit 90 Lehrlingen ins Zillertal fährt“, erzählt Ali. Fünf Tage. Eisbaden. Meditation in Berghöhlen. „Da sitzt dann ein 15-jähriger Türke aus Neukölln und sagt: ‚Das ist der erste Ort, an dem Menschen an mich glauben.‘“ Nach ein paar Tagen sage derselbe Jugendliche: „Ich bin die Zukunft der Firma.“

Nach einem Gespräch, das sich eher nach zehn als nach 90 Minuten angefühlt hat, muss Ali los. Zu einem Treffen mit dem Manager eines großen Konzerns. Aber eine Frage brennt uns noch auf der Zunge. „Ali, sind deine Kinder an einer normalen Schule?“ Ja. Und das sei ihm sehr wichtig. Aus einem Grund: „Ich bin der geworden, der ich bin, weil ich an einer normalen Schule war, mit vielen Kulturen. Ich hatte in meiner Siedlung Nazis, die mich verprügelt haben. Zwei Jahre später waren wir beste Freunde. Ich kann mit jedem reden und arbeiten. Ob im Gefängnis mit Wärtern und Häftlingen, mit dem Bundespräsidenten oder mit Arbeitern auf Baustellen.“ Eine Pause. Dann: „Ich habe Glück gehabt, dass ich an einer Schule war, wo das normale Leben repräsentiert wurde.“

Wir schauen uns noch einmal um. Das Plüschmonster in der Ecke grinst immer noch. Und plötzlich verstehen wir: Es steht für genau das, was Ali uns die ganze Zeit erzählt hat. Für das Staunen, das Ausprobieren, das Hinfallen und Wieder-Aufstehen. Vielleicht sollten wir alle wieder ein bisschen mehr wie kleine Kinder werde

Buchtipp

Wie du wirst, was morgen zählt 

Das liest du in Ali Mahlodjis neuem Buch! 

DIE MACHER_Fruehling 2026-220

Redaktion

  • Zofia Wegrzecka

Fotos

Mika-Nikolaus Mahringer, Gabal Verlag

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