Warum digitalisierter Vertrieb menschlich bleibt
Die Austrian Sales Days 2026 zeigen: Technologie verändert den Vertrieb – aber Beziehung, Haltung und Verständnis bleiben entscheidend.
Zwei Tage, hunderte Gespräche und zahlreiche Perspektiven auf den Wandel im Vertrieb: Bei den Austrian Sales Days 2026 in den Promenadengalerien Linz wurde deutlich, dass Sales sich im Umbruch befindet. Digitalisierung, KI und Automatisierung prägen den Alltag – doch im Zentrum steht weiterhin der Mensch. Genau in dieser Spannung zwischen Technologie und Beziehung liegt die zentrale Entwicklung des Vertriebs im Jahr 2026.
Vertrieb im Wandel: Technologie trifft Haltung
Schon beim Networking Breakfast zeigte sich, dass die Veranstaltung mehr war als ein Branchentreffen. Teilnehmer*innen trafen nicht nur auf neue Kontakte, sondern auf unterschiedliche Erfahrungen, Haltungen und Visionen. Die Atmosphäre bewegte sich zwischen Konferenzformat und Klassentreffen der Vertriebsszene.
Das Leitthema der Austrian Sales Days zog sich durch beide Veranstaltungstage: Digitalisierung ist unverzichtbar, aber kein Selbstzweck. KI, Automatisierung und datenbasierte Prozesse sind längst Teil moderner Sales-Organisationen. Gleichzeitig wurde betont, dass erfolgreiche Vertriebsarbeit weiterhin auf Verständnis, Dialog und Vertrauen basiert.
Die zentrale Botschaft lautete: Wer verkaufen will, muss verstehen. Wer führen will, muss zuhören. In einer Zeit, in der Algorithmen Leads sortieren und Chatbots Gespräche eröffnen, wurde der Stellenwert menschlicher Faktoren klar hervorgehoben. Beziehung, Vertrauen und Persönlichkeit wurden als zentrale Erfolgsfaktoren im Vertrieb beschrieben.
Impulse aus Praxis und Bühne
Die Inhalte der Vorträge spiegelten diese Haltung wider. Die Bühne gehörte nicht nur Methoden, sondern vor allem Perspektiven auf die Rolle des Menschen im digitalisierten Vertrieb. Diskutiert wurden unter anderem Fragen wie:
„Service im digitalen Zeitalter: digital oder persönlich?“ – mit der Antwort: Beides, aber nicht ohne Persönlichkeit.
„Mit mentaler Stärke zum Erfolgsgipfel“ – Motivation als Voraussetzung für Wirksamkeit in unsicheren Märkten.
„Mit KI & Automation zu planbaren Sales-Pipelines“ – Technologie als Werkzeug, nicht als Ersatz menschlicher Kompetenz.
„Wachstum ist Chefsache“ – Führung als Frage von Haltung, nicht nur von Tools.
Damit wurde der Vertrieb nicht nur als technische Disziplin, sondern als Zusammenspiel von Technologie, Führung und Kommunikation thematisiert.
Neue Fragen, neue Maßstäbe
Abseits der Bühne entstanden jene Gespräche, die für viele Teilnehmer*innen den Kern der Veranstaltung ausmachten: informelle Begegnungen im Gang, an der Kaffeemaschine oder beim Networking Drink. Dort zeigte sich ein Wandel im Selbstverständnis des Vertriebs.
Der Ton im Sales verändere sich – weg von kurzfristigen Leistungskennzahlen, hin zu langfristiger Wirkung. Statt „höher, schneller, weiter“ rücken Fragen in den Vordergrund wie: Wie nachhaltig sind Beziehungen? Wie sinnvoll ist das Angebot? Wie gut werden Kunden wirklich verstanden?
Die Austrian Sales Days 2026 wurden damit weniger als klassisches Verkaufsseminar wahrgenommen, sondern als Denkraum. Sie boten keinen reinen Methodenkatalog, sondern Orientierung in einem Umfeld, in dem Digitalisierung und Menschlichkeit zunehmend zusammen gedacht werden müssen.
Am Ende stand ein gemeinsames Fazit: Vertrieb ist 2026 keineswegs überholt. Er verändert sich – und genau darin liegt seine Relevanz. Technologie erweitert die Möglichkeiten, doch der Mensch bleibt der entscheidende Faktor im Sales.
Redaktion
- DIE MACHER
Fotos
cityfoto/Roland Pelzl