Ameisen im 6-Gänge-Menü? Geröstete Karfiol-Ravioli? Oder Eierschwammerl-Carbonara? Bei den Pastamachern wird Tradition auf den Kopf gestellt.
Melanie Heizinger und ihr Vater Dietmar Öller beweisen, dass Mut zur Veränderung und die Liebe zum Handwerk auch in Krisenzeiten zum Erfolg führen können. Wir besuchen die beiden in ihrem kleinen, feinen Reich am Südbahnhofmarkt in Linz und erfahren, warum manchmal der Kofferraum der Anfang von etwas Großem sein kann.
Der Duft von frischen Kräutern und hausgemachter Pasta empfängt uns, als wir das heimelige Lokal der Pastamacher betreten. An den Wänden stapeln sich handabgefüllte Gläser mit Pesto und Saucen, Flaschen mit selbstgemachten Ölen und natürlich ganz viele verschiedene Pastasorten. In der offenen Küche arbeitet Dietmar konzentriert am Herd. Seine Tochter Melanie, eigentlich Visagistin von Beruf, empfängt uns mit einem Lächeln. Selbst das Geschirr ist von Melanies Hand getöpfert, wie sie stolz erzählt.
Die Geschichte der Pastamacher beginnt im Februar 2020. Dietmar verliert seinen Job in der Gastronomie, dann kommt der Lockdown. Statt zu verzweifeln, starten Vater und Tochter in Omas Küche durch. Sie produzieren Spargelpesto, schneiden jeden Spargel von Hand. Melanie verkauft die Gläser aus dem Kofferraum. Die Produkte kommen so gut an, dass sie überlegen, die Sache größer aufzuziehen. Als die Ausschreibung für den Standort am Südbahnhofmarkt kommt, reichen sie das Konzept am Freitag um zehn vor zwölf ein. Eine Woche später kommt die Zusage.
Eigentlich wollte Melanie nicht in die Gastronomie. Ihre Oma hatte ein Gasthaus in Waizenkirchen, wo sie oft ausgeholfen hat. Das war eine harte Schule. „Doch ich habe gemerkt, der Papa brauchte Unterstützung.“ Jetzt ist Dietmar der kreative Kopf in der Küche, Melanie kümmert sich um Marketing und Buchhaltung. Die Zusammenarbeit? „Nicht immer leicht. Wir sind beide stur, aber wir kommen immer auf einen grünen Zweig.“ Als Dietmar zum Beispiel Ameisen ins 6-Gänge-Menü einbauen wollte, war Melanie skeptisch. Doch die Gäste waren begeistert.
90 Prozent der Zutaten kommen übrigens aus der Region. Donaufische, vom Papa gefangen; selbst gesammelte Kräuter; Kürbisse von der Oma. „Die Wochenkarte schreiben wir nach den Anrufen der Bauern. Wir richten uns nach ihnen, nicht umgekehrt.“ Die Pastamacher denken Traditionen neu, das merkt man vor allem an ihren kreativen Gerichten und ihrer Leidenschaft für handgemachte Produkte.
Ob sie in Zukunft vergrößern wollen? Nein, danke! „In fünf Jahren will ich sagen können: ‚Gott sei Dank habe ich das nicht gemacht.‘“ Die Handschrift von Dietmar soll bleiben. „Alles muss durch seine Hände gehen.“ Und wenn Melanie sich für ein Gericht für ihr restliches Leben entscheiden müsste? „Linguine mit frischen Flusskrebsen, Zucchini und Tomaten. Oder Trüffelnudeln.“ Sie hält inne. „Aber eigentlich: Man kann eine Woche lang Nudeln essen, ohne dass es dieselben sind.“ Draußen füllt sich der Südbahnhofmarkt mit Leben. Drinnen riecht es nach frischer Pasta und nach der Lust, Gaumenfreuden zuzubereiten._
Antje Wolm
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