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Wir agieren als
anwendungsorientierte
Einrichtung, die Grundlagen-
erkenntnisse von Universitäten
in konkrete Produkte und
Services umwandelt.
Wolfang Pribyl
Geschäftsführer, Joanneum Research
Forschungsgesellschaft
# Die neuesten Innovationen
der JOANNEUM RESEARCH
FORSCHUNGSGESELLSCHAFT
Real-World-Daten für Covid-19-Risikostratifizierung
gliedern sich in sieben Institute. „Wir agieren als Das webbasierte System BARS (Benchmarking and Reporting
anwendungsorientierte Einrichtung, die Grund- Service) der Joanneum Research wird zur Qualitätssicherung,
lagenerkenntnisse von Universitäten in konkrete Planung und Forschung im Gesundheitswesen eingesetzt, um
Produkte und Services umwandelt“, sagt Joan- einheitliche Daten in den Bereichen Geriatrie, Diabetes, Herz-
neum Research-Geschäftsführer Wolfgang Pri- Kreislauf-Erkrankungen und Hepatitis C strukturiert zu erheben.
byl. Die Gesamtforschungsleistung der Gesell- Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass BARS auch für regionale
schaft beträgt circa 50 Millionen Euro pro Jahr. Risikostratifizierung verwendet werden kann, um Pandemiemodelle
„Wir wickeln etwa 500 Projekte jährlich ab, von zu erstellen. Weil BARS großflächig in das österreichische
der unabhängigen Forschung, über die geförder- Gesundheitssystem integriert ist, können bereits jetzt regionale
te bis zur Auftragsforschung. Der Umfang reicht Aussagen zum Verlauf der Pandemie getroffen werden.
von Kleinprojekten bis zu großen nationalen
und internationalen Projekten, die von der FFG
oder der EU gefördert werden“, erzählt Pribyl. Qualitätssicherung von Sensoren
Etwa 80 Prozent ihrer Gesamtkosten finanziert
die Joanneum Research selbst, etwa durch Auf- Eine neue, weltweit einzigartige Trocknungs- und Polungsanlage
tragsforschung mit Unternehmen, oder über Li- der Joanneum Research soll zur Qualitätsprüfung und -steigerung
zenzrückflüsse, zusätzlich ist man an 18 Firmen von auf Folien aufgebrachten Sensoren beitragen. Für die
und zahlreichen Kompetenzzentren beteiligt. Wirtschaft und Industrie ergeben sich damit neue Möglichkeiten
Rund 470 Mitarbeiter der Joanneum Research für innovative, zukunftsfähige Sensortechnologien und Produkte.
forschen am Hauptstandort Graz sowie in Pin- „Nachdem Sensoren auf Folien aufgebracht werden, müssen
kafeld, Niklasdorf, Weiz, Klagenfurt und in sie zur Ausheizung und Aktivierung einen Trocknungs- und
Wien. Polungsprozess durchlaufen. Jüngste Untersuchungen haben
gezeigt, dass die Trocknung und Polung einen deutlichen Einfluss
In Weiz wurde im Oktober das neu gestaltete auf die Qualität der Sensoren haben“, sagt Projektleiter Martin
Human-Factors-Labor eröffnet, das den Men- Zirkl, Spezialist für ferroelektrische Polymersensoren. Höhere
schen, sein Verhalten, seine Belastbarkeit und Sensorenqualität ist enorm wichtig, da so die Verlässlichkeit
seine Emotionen in den Mittelpunkt stellt. Neu steigt – etwa in der Zusammenarbeit von Menschen mit
entwickelte Mess- und Assistenztechnologien Robotern, wo Sensoren auf Druck reagieren müssen,
sollen Daten über das menschliche Verhalten damit keine Verletzungsgefahr besteht.
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