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 Die Seele hinter dem Papier
Allgemein Menschen Unternehmen

Die Seele hinter dem Papier

6. Februar 2026

Eine Druckerei, die seit über 150 Jahren Familiengeschichte schreibt. Ein Ort, an dem Maschinen mit 11.000 Druckbögen pro Stunde laufen und trotzdem jeder jeden kennt. Wir besuchen die Druckerei Berger in Horn und erleben, was das Zusammenspiel von Tradition und Innovation für einen Familienbetrieb bedeutet – und warum das Brummen der Maschinen hier das schönste Geräusch ist.

Horn in Niederösterreich. Tiefstes Waldviertel. 6.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Und mittendrin ein Unternehmen, das größer ist, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Die Druckerei Berger beherbergt den führenden Rollendruck Österreichs und ist einer der Hauptarbeitgeber in der Region. Geschäftsleiter Peter Berger und seine Schwester Christina Voith, die im Verkauf tätig ist, nehmen uns mit auf einen Rundgang durch die Produktion. Und schon sind wir mittendrin im Geschehen. 60 Kilometer lange Papierrollen werden eingespannt („das ist so lang wie die Strecke zwischen Wien und Horn!“), 11.000 Druckbögen pro Stunde fliegen durch die Druckmaschinen, im Steuerungsraum werden Farbwerte überprüft. Ein Mitarbeiter zieht einen frisch gedruckten Bogen heraus, begutachtet ihn und nickt zufrieden. „Das passt“, ruft er seinem Kollegen zu. Hier arbeiten keine Einzelkämpfer. Hier arbeitet eine Familie.

„Wir sind ja eine große Familie“, bekräftigt Peter Berger, „das ist bei uns gelebte Realität.“ Seit fünf Generationen führt die Familie Berger die Druckerei. Sein Cousin Ferdinand kümmert sich um die Technik, er selbst leitet den Verkauf. Ihre Väter Peter senior und Ferdinand IV., mittlerweile 83 und 85 Jahre alt, haben das Unternehmen über Jahrzehnte geprägt. Früher, erzählt Peter lachend, war die erste Frage am Telefon immer: „Welchen Herrn Berger hätten Sie denn gerne? Den Ferdinand oder den Peter? Den jungen oder den alten?“

Und dann sind da die rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen 90 Prozent aus der Umgebung kommen. Zehn, fünfzehn Minuten Fahrtzeit, mehr nicht. Man kennt sich in der Region, ob am Fußballplatz, beim Einkaufen oder beim Abendessen. „Für mich ist das kein Druck. Ich bin in der Firma der gleiche Peter Berger wie außerhalb. Bodenständig mit den Leuten – das haben uns die Eltern so vorgelebt.“

Jeder Tag bringt einiges an Überraschungen.
Peter Berger
Geschäftsleitung Verkauf, Druckerei Berger

Von der Pike auf

Peters Weg ins Unternehmen beginnt klassisch: Mit vierzehn arbeitet er das erste Mal in der Firma mit. Sein erster Job: mit den Mechanikern mitgehen und Maschinen schleifen. „Das war wirklich spannend für mich. Beim Zusammenbauen war ich dann nicht so gut, da mussten die Profis wieder übernehmen.“ Er schmunzelt. Später besucht er die Graphische in Wien – eine höhere Schule für Berufe der visuellen Kommunikation und Medientechnik –, dann zieht es ihn nach Amerika, zwischendurch absolviert er das Bundesheer in Klagenfurt. Zehn Jahre lang ist er nicht zu Hause. „Als ich aus Amerika zurückkam, war das schon ein Schock – von Amerika nach Horn.“ Seine ehemaligen Schulkollegen haben nachgehakt: „Jetzt musst du wirklich jeden Tag nach Horn?“ Seine Antwort damals wie heute: „Ehrlich gesagt, das gefällt mir.“

Wenn Montierer Drucker werden

Die Führung geht weiter, vorbei an der Achtfarbenmaschine, wo gerade die Cover für ein Magazin gedruckt werden. Ein Mitarbeiter überprüft routiniert die Farbqualität und hält einen Druckbogen gegen das Licht. Peter erinnert sich an herausfordernde Zeiten: „Als wir auf Computer-to-Plate umgestiegen sind, wurden die Montierer praktisch über Nacht arbeitslos. Wir hatten damals 20 von ihnen.“ Was dann passierte, war nicht selbstverständlich: Berger investierte – nicht nur in Technik, sondern vor allem in Menschen. „Einige junge Mitarbeiter sind damals zu mir gekommen und haben mich gefragt: Herr Berger, ich sehe, dass ich in diesem Bereich keine Zukunft habe. Ich würde aber gerne in den Innendienst wechseln oder in den Verkauf. Wäre das möglich?“ Peters Zugang: „Probieren wir es gemeinsam.“ Und es hat tatsächlich funktioniert. Berger konnte die Menschen halten und in anderen Bereichen einsetzen.

Das Überraschungsei-Prinzip

Während wir durch die Buchbinderei, die letzte Station in der Produktion, gehen, schildert uns Peter seinen Arbeitsalltag: „Jeder Tag bringt einiges an Überraschungen.“ Kundentelefonate, technische Entscheidungen, Mitarbeitermotivation, Buchhaltung, Controlling – alles fließt ineinander. „Man muss wahnsinnig schnell und flexibel sein.“ Das Schöne daran? „Man hält gleich in der Hand, was man geschaffen hat.“

Dennoch gibt es wie in jeder Branche Herausforderungen. Vor allem die Digitalisierung verlangt Anpassungsfähigkeit. „Als das iPad aufgekommen ist, hieß es kurz: Jetzt liest jeder nur mehr digital, Zeitschriften braucht keiner mehr.“ Ein Ruck ging durch die Branche. Doch dann erlebte die Haptik einen neuen Aufschwung. Das Greifen, das Fühlen, das Blättern. Und eine Spezialisierung war gefragt. „Mittlerweile haben wir hunderte verschiedene Papiersorten – die allermeisten aus Österreich. Nicht nur glänzend und matt, sondern unterschiedliche Volumina und Grammaturen.“ Aktuell im Trend: Volumenpapiere, die dick wirken, aber leicht sind – wegen des Portos. 

Live zu sehen, wo unser Magazin gedruckt wird, in das so viel Arbeit und Herzblut fließen, war für mich ein ganz besonderer Moment. Beeindruckend, wie präzise hier gearbeitet wird und wie viele Zahnrädchen am Schluss ineinandergreifen und dafür sorgen, dass der finale Druck reibungslos über die Bühne geht. 

persönliche Notiz zum Interview von

Melanie

Printed in Austria

Dass die Produkte made in Austria oder eher made in Horn sind, spüren die Kunden. Berger lädt sie gerne aktiv hierher ein: zur Farbabstimmung, zu Betriebsführungen und zum persönlichen Kontakt. „Es ist wichtig, dass der Kunde sieht, wie schnell die Maschine läuft, wie viele Hände notwendig sind, bis das Endprodukt funktioniert.“ 

Von vierzehn Rollenoffset-Betrieben vor 28 Jahren sind heute nur noch zwei übrig. Berger ist das letzte Familienunternehmen dieser Größe in Österreich. Der Hauptkonkurrent? Ein englischer Großkonzern mit Standorten in ganz Europa. „Wir sind nie die Günstigsten“, gibt Peter ehrlich zu, „aber wir müssen uns nach der Decke strecken. Und viele Kunden geben uns das Vertrauen.“ Und die Nachfolge? Weder Peter noch Ferdinand haben direkte Nachkommen. Nichten und Neffen gibt es, aber es ist ohnehin noch ausreichend Zeit. „Ich bin jetzt 52. In den kommenden fünf bis acht Jahren beobachten wir gespannt die Entwicklungen in der Branche. Ob es dann eine Bergernachfolge gibt oder Managementführung, werden wir sehen. Es gibt so viele Möglichkeiten.“

Am Ende unserer Führung stehen wir wieder draußen vor dem Haupteingang. Die Maschinen laufen, ein LKW fährt vor und Papierrollen werden abgeladen. Peter schaut zufrieden über das Gelände. „Wenn alle Maschinen brummen, ist das für mich das schönste Gefühl.“ Wir verabschieden uns und fahren zurück Richtung Linz. Im Rückspiegel sehen wir Horn kleiner werden. Aber das Brummen – das Brummen bleibt im Ohr. Und mit ihm die Gewissheit: Hier wird nicht nur gedruckt. Hier wird Tradition gelebt, Innovation gewagt und Familie großgeschrieben. Seit über 150 Jahren. Und hoffentlich noch viele weitere._

# Gedankensprung

... mit PETER BERGER

Innovation spüre ich im Alltag, wenn_die Arbeit immer neue Überraschungen bereithält und wir als Team gut zusammenarbeiten.

Ein Druckprodukt wird einzigartig_wenn der Endkunde zufrieden ist.

Die größten Herausforderungen in unserer Branche sind derzeit_die Digitalisierung und die wirtschaftliche Lage.

Wenn ich an die Zukunft des Druckens denke_sehe ich unsere Firma weiterhin tief in Horn verankert.

Mein persönlicher Lieblingsmoment im Betrieb ist_wenn ich einen Rundgang mache und alle Maschinen brummen.

Redaktion

  • Melanie Kashofer

Fotos

Sabine Kneidinger

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