Planen, aufbauen, abschließen

Die meisten erfolgreichen Menschen schöpfen aus ihren Leidenschaften Kraft und Inspiration für die Arbeit. Bei Wolf-Dieter Holzhey ist das etwas anderes: Eine der größten Leidenschaften des gebürtigen Welsers ist die Arbeit selbst. Genauer gesagt das unermüdliche Planen und Durchführen von neuen Projekten - in der Medienbranche mit LT1, der Gastronomie und im Immobilienbereich. Bei der Rettung des Traditionsvereins LASK entwickelte sich aus der Leidenschaft sogar noch mehr.

Holzhey lehnt sich in den grünen Sessel auf der Sitzplatztribüne des Linzer Stadions und lässt seinen Blick über den Rasen schweifen. Heute turnen nur einige Kinder auf der Laufbahn, vor wenigen Monaten feierten hier mehr als 10.000 begeisterte Fans die Rückkehr des LASK in den Profifußball – mit Holzhey mitten drin statt nur dabei. Die Sanierung und Neustrukturierung des Traditionsvereins als Präsident und Kopf der Gruppe „Freunde des LASK“ war neben den ersten Jahren beim Regionalsender LT1 seine bisher größte und wohl auch anstrengendste Herausforderung. „Der Augenblick des Aufstiegs war der Moment für mich, wo sämtliches Leid und der Stress der Übernahme von mir abgefallen sind, gleichzeitig auch der Moment, in dem ich meinen Rücktritt beschlossen habe.“ Für alle überraschend gibt er sein Amt auf und tritt nach dem Erfolg in die zweite Reihe zurück.

Kreativer Hobbybuchhaltung

Denn den 47-Jährigen reizen immer wieder neue Herausforderungen, bei seinen Projekten sieht er sich in der Rolle des Architekten, der plant, aufbaut und schließlich abschließt. „Ich bin ein Mann der

Praxis, der glücklicherweise zwei Talente vereint: Den Hang zum Hobbybuchhalter, der alles strikt nach Strich und Faden aufgereiht haben muss, und den kreativen Part“, sagt Holzhey. Woher kommt dieser Antrieb? „Das weiß ich nicht genau, meine Eltern fragen mich das auch manchmal“, sagt er, „mich reizt immer wieder das Neue, ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und kommuniziere gerne.“ Dafür braucht er aber auch seine Phasen, in denen er komplett zurückgezogen nachdenkt. Zeit dafür findet Holzhey meist in den Morgenstunden, im Sommer steht er bereits gegen halb fünf, im Winter um halb sechs Uhr auf. „Ich genieße dann zwei Stunden die Ruhe und denke über viele Dinge nach – dabei hole ich mir die Kraft für den Tag“, erzählt Holzhey. Sein Zuhause außerhalb des Zentralraums ist sein Energiepol, während er Linz als Arbeitsstadt sieht. „Am Land bin ich nicht verpflichtet, etwas zu repräsentieren und ständig zu netzwerken, das gibt mir eine gewisse Freiheit, um Abstand zu gewinnen“. Inspiration für die Arbeit holt er sich bei der Familie, im Winter beim Skifahren und im Sommer beim Tennis. Seine Leidenschaft ist das Golfen – jeden Dienstag Abend gibt es einen G9-Gipfel, bei dem neun Golffreunde am Platz ihr Können unter Beweis stellen.

Zurücklehnen kommt nicht in Frage

Dass ihm die Praxis mehr als die Theorie behagt, zeigt sich schon während des Studiums in Linz, das er nicht beendet. Aus Praktika in der Eventbranche wird bald ein Vollzeit-Job, schließlich macht er sich im Außenwerbebereich selbstständig. „Ich bin heute noch froh darüber, diesen Schritt gewählt zu haben“, sagt er rückblickend. 1996 gewinnt er den Wettbewerb um eine Privatfernseh-Lizenz im Raum Wels, ab 2000 übernimmt er TV3 und kümmert sich um den Aufbau von LT1, das auch heute noch sein Steckenpferd ist. Damals zweifeln viele an dem Projekt – heute erreicht der Sender mehr als 100.000 Menschen täglich. Das Alleinstellungsmerkmal: umfassendste lokale und regionale Berichterstattung. „Wir wollen auch zukünftig unsere Qualität steigern, mit unserem Programm unterscheiden wir uns von der gewaltigen Masse der anderen Sender“. Zurücklehnen? Kommt für Holzhey nicht in Frage. Nebenbei ist er mit dem Traditionsnachtlokal Vanilli, dem Restaurant Nero in Wels und der Konditorei Urbann im Gastronomie-Bereich tätig, auch in der Immobilienbranche ist der Unternehmer aktiv.

"Mich reizt immer wieder das neue, ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und kommuniziere gerne"

Wolf-Dieter Holzhey

Das vergangene Jahr war mit der Übernahme und Sanierung des LASK sicher eines der intensivsten in der ohnehin nicht gerade ruhigen Karriere von Holzhey. „Ich habe extrem viel gelernt. Mittlerweile sind wir 16 LASK-Gesellschafter, teils mit unterschiedlichen Interessen. Wir waren es alle gewohnt, alleine Entscheidungen zu treffen – jetzt stellen wir unsere Interessen hinter eine Sache“, sagt er. Als Geschäftsführer der Marketing GmbH bleibt er dem Verein erhalten – denn aus dem Sanierungsprojekt hat sich mehr entwickelt. „Davor war ich normaler Sympathisant wie viele in Oberösterreich, mittlerweile hat sich eine wirkliche Liebe zum LASK entwickelt“, sagt er. Auch das kommende Jahr dürfte intensiv werden. Denn die Lieblingsbeschäftigung von Holzhey ist im Sommer – wie könnte es anders sein – das Vorbereiten von neuen Projekten für den Herbst und das kommende Jahr. „Ein neues Bauprojekt steht an, auch bei LT1 haben wir viele neue Dinge vor.“

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