Schulnote "gut" für Standort OÖ

OÖ wünscht sich neues Spitzenforschungszentrum

Oberösterreich will sich zu einer der besten Industrieregionen Europas entwickeln. Wie läuft die „Zukunftsagenda 2017“? Das Land OÖ, die Industriellenvereinigung OÖ und die Wirtschaftskammer OÖ haben in einem Update neue Herausforderungen definiert. Auch zentrale Forderungen für die nächste Bundesregierung wurden bereits festgelegt.

Zentraler Punkt ist dabei der Aufbau eines neuen Spitzenforschungszentrums in Oberösterreich nach dem Vorbild von Silicon Austria. „Mit diesem Zentrum soll in enger Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft intelligente Energie- und Klimatechnologie federführend erforscht werden“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer. Bereits jetzt verfügen oberösterreichische Unternehmen im Bereich der intelligenten Energie- und Klimatechnologien umfangreichende Kernkompetenzen, die so ausgebaut werden sollen. Weitere Forderungen an die nächste Bundesregierung: Eine Steuerreform zur Entlastung von Bürgern und Unternehmen, Stärkung des Öffentlichen Verkehrs, Mittel für den flächendeckenden Breitbandausbau und Ausweitung der MINT-Kompetenzen.

2017 definierte das Land Oberösterreich gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Oberösterreich das Ziel, den Standort zur Spitze der besten Industrieregionen Europas zu entwickeln. Was hat sich seitdem getan? „In den letzten Jahren sind uns gemeinsam gute und herzeigbare Fortschritte gelungen, darauf werden wir uns aber nicht ausruhen, sondern konsequent daran weiterarbeiten, was wir als Bundesland tun können“, sagt Stelzer. Welche Fortschritte gab es seit 2017? „Wir haben als einziges Bundesland eine Schuldenbremse gesetzlich verankert, bis 2023 werden insgesamt 500 Millionen Euro Schulden zurückbezahlt“, sagt Stelzer. Zudem wurde der Hochschulstandort Oberösterreich verbessert, Industrie- und Infrastrukturflächen in allen Regionen bereitgestellt und die Forschungs- und Entwicklungsquote von 3,15 auf 3,46 Prozent gesteigert.

Teodoro D. Cocca von der JKU sieht Oberösterreich am richtigen Weg. „Man hat sich in den letzten Jahren für den intensiven Wettbewerb neu aufgestellt, im Landeshaushalt eine Trendwende erzielt sowie die Ressourcen gebündelt“, sagt er. Cocca verfasste 2016 eine Studie über den Wettbewerb der Regionen und beschäftigte sich nun mit den Fortschritten des Standorts. „Oberösterreich ist es gelungen, deutliche Schritte nach vorne zu machen“, sagt er. Nach Schulnoten gäbe es derzeit ein „Gut“ für den Standort – bis zur Weltspitze sind noch weitere konsequente Schritte nötig. Bis wann Oberösterreich zu den besten Industrieregionen Europas gehören will, will das Land nicht bekannt geben. „Wir wollen uns ständig weiterentwickeln, Fantasiezahlen möchte ich jetzt aber keine nennen“, sagt Stelzer.