Was bleibt, was kommt, was geht?

Neues Jahr, neues Glück, neue Herausforderungen, neue Pläne. Ja, aber welche? Unternehmer, Geschäftsführer und Interessensvertreter blicken in die Zukunft.

Was sind die größten Herausforderungen, die Sie 2017 meistern möchten?

Wolfgang Mayer, Mitglied der Geschäftsleitung, BackaldrinWie jedes Jahr besteht die größte Herausforderung darin, unsere Kunden mit neuen Entwicklungen, passenden Rohstoffen und Beratung zufriedenzustellen. Darüber hinaus setzen wir als österreichischer Familienbetrieb im nächsten Jahr zwei Meilensteine für nachhaltiges Wachstum. Im Frühjahr wollen wir eine Produktion in Russland in Betrieb nehmen und Mitte des Jahres das Haus des Brotes – unser neues Kundeninformationszentrum in Asten – eröffnen.

Andreas Parlic, Geschäftsführer, Autowelt LinzEinerseits wollen wir uns mit Volvo im ersten vollen Jahr weiter etablieren, andererseits wollen wir mit Citroen durch die neuen, attraktiven Modelle auch neue Kunden gewinnen. Eine der größten Herausforderung wird es sicher sein, Fachpersonal für den KFZ-Bereich zu finden – Techniker und ausgebildete Verkäufer. Grundlage dafür ist, die Jugend für unsere Branche zu interessieren und motivieren.

Markus Liebl, Generaldirektor, Brau UnionEine Herausforderung ist die fortschreitende Diversifizierung. Zu den vierzehn Biermarken mit über 100 Sorten kommen ja aktuell immer mehr Spezialitäten. Das sehen wir sehr positiv, es ist ein Zeichen für eine tolle, sich weiterentwickelnde Bierkultur, dass die Biergenießer zunehmend verschiedene Bierstile oder einfach Abwechslung schätzen lernen. Dazu kommt bei uns die neue Getränkekategorie Cider, die wir seit Anfang 2015 mit der Marke Strongbow in Österreich stark vorantreiben.

Meinhard Lukas, Rektor, JKU LinzWir arbeiten auch im kommenden Jahr mit Nachdruck an unserer Vision: die JKU in Richtung europäische Spitze weiterzuentwickeln. Jüngste Meilensteine sind der Aufbau der Medizinischen Fakultät mit Vorbildwirkung über die Landesgrenzen hinaus und des Linz Institute of Technology (LIT), in dem anwendungsnahe technologische Forschung gebündelt wird. Die nächsten großen Projekte sind die School of Education für die neue Pädagogen-Bildung und die Entwicklung einer JKU Business School.

Johannes Pracher, Geschäftsführung, Alumniclub Kepler Society2017 organisieren wir zum ersten Mal das Start-up Event „Step.one“ an der JKU. Damit betreten wir Neuland und wagen uns auf neues Terrain. Zusätzlich betreiben wir die „jku entrepreneur.base“, einen Creativ- und Open Space an der JKU für alle Studierende, Alumni und Mitarbeiter an der JKU. Allein damit haben wir zwei zusätzlich große Herausforderungen, welche wir mit dem bestehenden Team meistern werden.

Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer, Industriellenvereinigung OÖAus heutiger Sicht ist die größte Herausforderung, ob im nächsten Jahr in Österreich auf Bundesebene neu gewählt wird. Ich glaube, entscheidend ist am Ende des Tages, ob statt einem angekündigten New Deal wieder nur Reförmchen herauskommen. Das wäre dann nämlich zu wenig. Der Standort Österreich verharrt seit einigen Jahren im Stillstand. Ein New Deal wäre die richtige Antwort, nur leider sehen wir ihn nicht, Stichwort Neue Gewerbeordnung, da sind wir weiter davon entfernt als der Mond von der Erde. Wenn die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit so groß bleibt, dann wäre es besser früher zu wählen.

Doris Hummer, Landesobfrau, Wirtschaftsbund OÖDie Trendwende ermöglichen! Die Wirtschaftsaussichten für Österreich mit aktuell lediglich 1,1 Prozent Wachstum in 2017 sind viel zu schlecht, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Ich will klare Signale und Maßnahmen, damit die Unternehmen wieder Vertrauen in den oberösterreichischen Standort haben. Denn nur erfolgreiche Unternehmen schaffen Arbeitsplätze.

Was soll 2017 anders sein als 2016?

Wolfgang MayerInsbesondere externe Faktoren wie geopolitische Rahmenbedingungen in vielen Teilen der Erde, die unser Geschäft beeinflussen. Das würde nicht nur unsere Arbeit, sondern auch das Zusammenleben in unserer Welt ein Stück weit angenehmer machen.

Andreas ParlicUnser Volvo-Schauraum ist eröffnet, die neuen Modelle finden hier genügend Platz. Daher sehen wir uns und Volvo stark im Aufwind. Mittlerweile ist das Konzept des teilautonomen Fahrens in allen neuen Modellen eingebaut. Darauf müssen sich die Kunden natürlich auch einlassen. Teilautonomes Fahren ist ein starkes Sicherheitsmerkmal, entbindet den Fahrer aber nicht vollkommen von der Verantwortung. 2017 wird auch ein Jahr, in dem wir unsere Kunden mit diesen neuen Systemen vertraut machen müssen.

Markus LieblGrundsätzlich sind wir auf einem sehr guten Weg, den wir auch 2017 fortführen möchten. Da die Getränkebranche aber mitunter stark vom Wetter abhängig ist, würden wir uns einen etwas besseren Sommer wünschen. Und wir wünschen uns wieder eine gute Braugerste- und Hopfenernte, damit wir alle Wünsche unserer Konsumenten erfüllen können.

Meinhard LukasWir wollen, dass die JKU ein lebendiger und weltoffener Ort ist, der die besten Köpfe anzieht. Mit einem ambitionierten Architekturprojekt entwickeln wir unseren Campus weiter. Außerdem werden Sport- und Freizeitangebote für alle Uni-Angehörigen geschaffen. Es gilt Studienpläne zu entrümpeln und auf ihre Studierbarkeit hin zu überprüfen. Wir haben für den ersten Abschnitt JUS eine Studien-App gestartet, die Studierende beim optimalen Studienverlauf begleitet. Das Projekt ist ein Erfolg und wird im nächsten Jahr auf weitere Studienrichtungen ausgeweitet.

Johannes PracherDas Jahr 2017 steht unter dem Generalthema „Gründen und Start-up“. Wir wollen unsere Absolventen also nicht nur beim Netzwerken und beim Jobeinstieg unterstützen, sondern vor allem ermutigen, sich selbstständig zu machen. Außerdem wollen wir noch mehr Mutmacher und Ansprechpartner für unsere Absolventen und Netzwerkpartner sein. Vor allem was unseren Außenauftritt betrifft, möchten wir im Jahr 2017 neues ausprobieren. Die „Brand“ Kepler Society soll emotionaler werden und mehr mit ihrer „Mutter“ JKU zusammenwachsen.

Joachim Haindl-GrutschErstens: echte Reformen. Entweder arbeiten die beiden Parteien SPÖ und ÖVP an einem New Deal für den Standort oder wir gehen in Neuwahlen. Zweiter Punkt: die Konjunktur. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass es zu einem kräftigeren Aufschwung kommt. Der ist derzeit nicht zu sehen, aber wir arbeiten intensiv daran. Drittens: Dass wir positiv über Freihandel und globale Märkte reden. Dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Arbeitsplätze in der Industrie für den Standort und die Wertschöpfung von entscheidender Bedeutung und mit höherer Qualifikation verbunden sind. Das ist ein Vorteil für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dem Asset der starken Industrie sollten wir uns in Oberösterreich bewusst sein.

Doris HummerVon unseren Wirtschaftsbund-Mitgliedern wissen wir: Der Staat mit seiner Überregulierung wird als größter Feind der Unternehmer gesehen. Das muss sich ändern! Wir müssen die Unternehmen entlasten. Die Novelle des Anlagenrechts und der Gewerbeordnung sowie das Investitions- und Start-up-Paket sind wichtige Schritte in diese Richtung. Aber das kann nur der Anfang sein.

Welche Schlagzeile wünschen Sie sich 2017 über Ihr Unternehmen in den Medien?

Wolfgang Mayer„Nachwuchs ergreift die Chance: Bäckerlehre beliebt wie nie zuvor.“

Andreas Parlic„Die Autowelt Linz ist sowohl bei der Marke Citroen, als auch bei der Marke Volvo im Händlernetz Spitzenreiter bei der Kundenzufriedenheit.“

Markus Liebl„Die Brau Union Österreich behauptet mit starken Marken, tollen Innovationen, dem Fokus auf Bierkultur und wegweisende Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit ihre starke Position am Markt.“

Meinhard Lukas„JKU-Campus ist Lern- und Lebensraum der Zukunft.“

Johannes Pracher„JKU: Spitzen Universität. Top (aus-)gebildete Absolventen. Starker Alumniclub. Unsere Absolventen können stolz auf ihre Ausbildung und ihre „Alma Mater“ sein. Wir als Kepler Society sind dabei der Markenbotschafter schlechthin.“

Joachim Haindl-Grutsch„Die Bundesregierung einigt sich auf den 12-Stunden-Arbeitstag bei Gleitzeit. In Summe wird nicht mehr gearbeitet, aber dann, wenn es nötig ist.“

Doris Hummer„Politik hält ihr Versprechen - Wirtschaftspakt und Entbürokratisierung zeigen ihre Wirkung!“

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