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Text Daniela Ullrich
Foto Huber: Sparkasse OÖ;
Schmierer: MKW
Holding; Knapitsch:
Oliver Wolf Fotografie;
Pollak: JKU; Daniel:
Coface; David-
Wiedemann: PKP
BBDO; Dirisamer:
Melanie Nedelko;
Miksch: Ordensklini-
kum Linz
Fest steht: Es gibt viel Luft nach oben beim Frauenanteil in
Führungspositionen. Anfang 2020 wurden acht Prozent der Positionen
in den Geschäftsführungen und 22,6 Prozent der Aufsichtsratsposten bei
den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Österreich mit Frauen besetzt
(Quelle: Statista.com). Führen Frauen anders als Männer? Und wenn ja, was
sind die Führungseigenschaften von Frauen? Wir haben bei acht weiblichen
Führungskräften nachgefragt, wie es so ist, „die Boss“ zu sein.
ICH BIN HIER
DIE BOSS
#
Stefanie Christina Huber
45, Vorstandsvorsitzende
der Sparkasse OÖ
Mein Team besteht aus
_42 Prozent Männern
und 58 Prozent Frauen.
Mein Job
_Überblick bewahren, Entscheidungen
treffen und die Zukunft der Sparkasse Oberöster-
reich mit meinen Vorstandskollegen und dem ge-
samten Team gestalten.
Haben Frauen einen anderen Führungsstil?
_
Meiner Meinung nach hängt der Führungsstil
stark von den Persönlichkeitsmerkmalen ab. Da-
her sehe ich das nicht rein geschlechtsspezifisch.
Ich selbst habe einen kooperativen Führungsstil.
Mir ist es wichtig, Mitarbeiter in Entscheidungs-
prozesse einzubeziehen und sicherzustellen, dass
diese transparent ablaufen.
Das ist Typisch weiblich an meinem Führungs-
stil
_mein Einfühlungsvermögen.
Unsere Unternehmenskultur
_Wir sind stolz, ein
starkes Team zu sein. Kooperatives Arbeiten über
Hierarchien hinweg zeichnet uns aus.
Wichtig ist mir bei meinen Mitarbeitern, dass
_
fair miteinander umgegangen wird. Zudem lege
ich Wert darauf, dass sich jeder einbringen kann.
Wie bekommen Sie Familie und Beruf unter
einen Hut?
_Ich lebe in einer Patchworkfamilie.
Durch gutes Zeitmanagement gelingt es mir (mal
mehr, mal weniger), alles miteinander vereinba-
ren zu können.
Sind Sie Mitglied eines Frauennetzwerkes?
_
Ich bin kein Mitglied in einer rein weiblichen
Vereinigung. Meiner Ansicht nach kommt es
beim Netzwerken auf die Komplementarität an,
denn je unterschiedlicher die Mitglieder sind,
desto größer der Mehrwert. Dennoch: Ein effek-
tives Netzwerk zu knüpfen und dieses zu nutzen
ist immer von Vorteil.
Führung trägt
die persönliche
Handschrift.