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Stefan Lienhart
Head of Consultancy
World Class Manufacturing,
Magna Steyr Industrial Services
01
Was sind die wichtigsten Grundprinzipien
von professionellem Lean Management?
LIENHART_Lean Management ist kein zeitlich begrenztes
Projekt. Lean Management ist ein Wandel der Kultur, der
das ganze Unternehmen betrifft. Sorgfältige Planung dieser
Transformation und eine professionelle Begleitung durch einen
Methodenspezialisten sind ein absolutes Muss! Lean zu werden
heißt auch, auf diese Art zu denken. Diese Denke muss von
allen, vor allem aber vom Management getragen und vorgelebt
werden. Es ist von enormer Wichtigkeit, alle Personen in
einem Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen
Informationen zu versorgen. Warum gehen wir diesen Weg?
Welches Ziel verfolgen wir? Wie sichern wir den Erfolg des
Wandels ab? Diese Fragen müssen vor der Transformation
beantwortet sein.
02
Die Leitidee ist es, „Werte ohne Verschwendung
zu schaffen“. Wo treten in der Regel die meisten
Reibungsverluste in der Wertschöpfungskette auf?
LIENHART_Meist zeigt sich eine Gemeinsamkeit: Die
Aufmerksamkeit gilt ausschließlich der Produktion. Dies führt
in der Regel zu kleinen Erfolgen, die jedoch in der Summe aller
auf die Wertschöpfungskette verteilten Verschwendungen
untergehen. Es geht also immer um die Betrachtung des Ganzen –
auch der Bereiche, die eine Unterstützung der Produktion sind.
Reibung entsteht sehr oft zwischen Logistik und Fertigung. Die
Logistik steuert die Kundenwünsche in die Produktion ein und
oft bedeutet das, dass alte Denkweisen durchbrochen werden
müssen. Häufig ist ein offenes Gespräch der Schlüssel zum Erfolg
und führt zu weniger Verlusten in der eigenen Produktion.
03
Wie werden Mensch und Maschine im Jahr 2040
nach dem Lean-Management-Ansatz organisiert?
LIENHART_Intelligente Produktionssysteme, die in weiterer
Folge die Produktivität in der Fertigung erhöhen, werden bei
Magna Steyr unter dem Begriff SmartFactory zusammengefasst.
Viele Elemente und Werkzeuge der SmartFactory werden
in Zukunft die Arbeit der Menschen erleichtern. Live-
Visualisierungen mit Smart Devices unterstützen Mitarbeiter in
ihrer täglichen Arbeit und bei der Umsetzung der Null-Fehler-
Strategie. Auch wenn der Automatisierungsgrad immer höher
wird, der Mensch wird auch in Zukunft eine gewichtige Rolle in
der veränderten Arbeitswelt spielen.
WEIDINGER
_Während eines Transformations-
prozesses entstehen in einem Unternehmen na-
türlich sehr viele Ideen. So kommt es vor, dass
manche Ideen ihrer Zeit voraus sind. Oft können
Ideen und Innovationen nicht gleich zum Zeit-
punkt der Entstehung weiterverfolgt werden.
Aber das Gute an Ideen ist, dass man sie jederzeit
wieder aufgreifen und adaptieren kann!
ZIKELI
_Ich sehe das eher so: Man entscheidet
sich für einen Weg und weiß nicht, wo die ande-
ren Wege hingeführt hätten. Aber es ist natürlich
immer wieder etwas schmerzlich, wenn es meh-
rere Ideen gibt und man dann ein Ranking auf-
stellen muss.
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DIESE INNOVATION KOMMT BALD
KÜHNER
_Wir arbeiten in all unseren Sparten an
unterschiedlichen Innovationen. Verbindend kann
man aber sagen, dass unser Leitgedanke „Plastics for
Life“ in allen Sparten präsent ist. Wir beschäftigen
uns damit, Kunststoffprodukte noch nachhaltiger zu
machen. Die Kreislaufwirtschaft ist bei Greiner ein
wichtiges Thema. Wir schaffen mit Kunststoff einen
wichtigen Mehrwert für unser Leben – von der Le-
bensmittelhygiene bis hin zum Gesundheitsbereich.
Und diesen Mehrwert wollen wir aufrechterhalten.
Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, dass
unsere Produkte nicht in die Umwelt gelangen.
WEIDINGER
_Derzeit passen wir unsere Angebo-
te noch ein klein wenig mehr an die Bedürfnis-
se unserer Kunden an. Wir wollen in Erfahrung
bringen, wie bestimmte Produkte eingesetzt und
genutzt werden, um daraus Ableitungen für kom-
mende Produktgenerationen zu treffen. Bei der
Analyse der Nutzung wird unter anderem unser
Automated-Machine-Learning-Tool zur Anwen-
dung kommen. Daran sieht man, dass Innovatio-
nen nicht nur für Kunden zur Verfügung stehen,
sondern auch inhouse genutzt werden können,
um daraus wieder neue Produkte und Dienstleis-
tungen zu generieren.
ZIKELI
_Wir werden die Mikroreaktionstechnolo-
gie sowie unsere Lyocell-Fasertechnologie in eine
sehr investitions- und betriebskostenreduzier-
te Richtung weiterentwickeln. Aktuell arbeiten
wir daran, dass die Mikroreaktionstechnologie
modular, wie ein Baukasten, in der chemischen
Industrie einsetzbar wird und unsere Lyocell-Fa-
sertechnologie rohstoffoptimiert zur Anwendung
kommt._
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Fragen
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