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pH-Wert bestimmt, wie gut die jeweiligen Nah-

rungsmittel wachsen.“ Anhand dieser Informa-

tionen können einzelne Teilflächen des Ackers 

ökologisch und ressourcenoptimal bewirtschaf-

tet werden. Die gewonnenen Daten werden in 

GPS-gesteuerte Traktoren eingespielt, wodurch 

die richtige Menge an Dünger und Aussaat voll-

automatisiert gestreut wird. „Dadurch wird der 

Boden weit weniger belastet. Vor allem eine Über-

düngung kann zur Verschmutzung des Grund-

wassers führen. Mit unserer neuen Methode wird 

also auch die Umwelt geschont“, so Katz. Die 

Ergebnisse, die das Forscherteam bisher erzielen 

konnte, sind ausgezeichnet. Es hat sich gezeigt, 

dass ungefähr zehn Prozent an Ressourceneinsatz 

gespart werden können, wodurch vor allem bei 

großen Landwirtschaften enorme Einsparungen 

möglich sind. Dennoch mahnt Katz zur Vorsicht: 

„Wir befinden uns noch mitten im Projekt. Das 

bisher Erreichte ist wirklich toll, aber wir müssen 

diese Ergebnisse natürlich noch einige Male be-

stätigen. Nichtsdestotrotz haben wir bereits an die 

50 Äcker analysiert und es hat sich gezeigt, dass 

jeder Acker mindestens in drei unterschiedliche 

Cluster eingeteilt werden konnte. Das weist schon 

darauf hin, wie groß das Einsparungspotential bei 

der Bewirtschaftung ist.“

X-FAKTOR KLIMA

Neben den Einsparungen beim Ressourcenein-

satz kann die Ernte auch aufgrund der exakten 

Dosierungen von Dünger und Aussaat optimiert 

werden. Die richtige Bodenqualität ist allerdings 

nur ein Teil der Voraussetzungen. „Unser nächs-

tes Ziel ist es, auch saisonale Effekte zu berück-

sichtigen. Das Klima können wir aber natürlich 

nicht so gut steuern wie die Bodenbeschaffenhei-

ten. Trotzdem ist es unser Ziel, in den nächsten 

zwei Jahren eine Datenbank aufzubauen, die auch 

klimatische Bedingungen in die Bewirtschaftung 

miteinberechnet. Derzeit können die Gewin-

ne pro Hektar alleine aufgrund des Wetters von 

einem auf das nächste Jahr um den Faktor zwei 

schwanken. Wenn uns dieser Clou auch noch ge-

lingt, profitieren die Landwirte künftig von einer 

bisher nicht dagewesenen Planungssicherheit.“

#2 Die 

Smart 

Factory am 

Scheideweg

Und weiter dreht sich das Forschungskarussell: 

Das Software Competence Center Hagenberg 

(SCCH) hat Anfang 2019 die neue Forschungs-

abteilung Secure Software Analytics (SSA) ge-

gründet und zeitgleich damit das Projekt SeCo-

Mo (Secure Code and Runtime Monitoring) 

gestartet, um Lösungen für Cybersecurity von 

Industriemaschinen in Cloudumgebungen zu 

entwickeln. „Sicherheit sollte endlich als Quali-

tätsmerkmal von Software verstanden werden“, 

erklärt Thomas Ziebermayr, Leiter vom Bereich 

Software Science am SCCH. „Es gibt Anwen-

Wenn uns dieser Clou 

gelingt, profitieren 

die Landwirte künftig 
von einer bisher nicht 

dagewesenen 

Planungssicherheit.

Hermann Katz

Leiter der Forschungsgruppe  

für Datenanalyse und  

statistische Modellierung,  

Policies

von links: Hermann Katz und Philipp Wedenig von Policies, 

dem, Institut für Wirtschafts- und Innovationsforschung 

des Joanneum Research