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und es kommt hier nur selten zu Verzögerungen.
Der Nachteil liegt darin, dass die Eigenleistungs-
möglichkeiten dadurch reduziert werden“, erklärt
Möseneder. Die Produktionsmaterialien würde
man großteils hierzulande beziehen: „Auch ein
Grundsatz, den wir schon seit Beginn verfolgen.“
Die Erstellung der Bauteile funktioniere digital
und viele Arbeiten in der Fertigung werden auto-
matisch erledigt, die Prozesse von den Mitarbei-
tern digital gesteuert und überwacht. „Durch
die exakte Fertigung kann besonders dicht und
energieeffizient gebaut werden“, so der Geschäfts-
führer.
Und wie hebt man sich von der großen Kon-
kurrenz ab? „Wir sind breit aufgestellt und jedes
unserer Häuser ist individuell, das macht unser
Unternehmen auf jeden Fall besonders.“ Zudem
versuche man, sich ständig durch innovative Lö-
sungen weiterzuentwickeln und am neuesten
Stand zu bleiben: „Ein Beispiel dafür ist die Kli-
maschutzwand, die wir in den letzten Jahren ent-
wickelt haben und die einen Meilenstein unserer
Geschichte stellt“, erklärt Möseneder. Doch wie
bleibt man in der Fertighausbranche am neuesten
Stand und woher holt man sich Ideen? „Am wich-
tigsten ist es, Augen und Ohren offenzuhalten.
Wir versuchen, die Entwicklungen in Deutsch-
land und Skandinavien zu verfolgen. Skandinavi-
en ist ein klassisches Holzhaus-Land.“ Der Blick
werde aber am meisten ins eigene Land gerich-
tet: „Österreich hat im Bereich Technologie und
Hausbau eine Vorreiterrolle.“_
Wie haben Sie als Fertighausunternehmen auf
aktuelle Wohn- und Bautrends reagiert?
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Energieeffizienz
MÖSENEDER_Wir haben früh auf bessere Energieeinsparung
gesetzt und haben als erster Fertighausproduzent 1991 moderne
Beschattungssysteme in die Wand eingesetzt. 99 Prozent
unserer Häuser werden mit einer Luft- oder Wasserwärmepumpe
ausgestattet. Das hat sich bewährt und in Verbindung mit einer
Photovoltaikanlage kann man auch in der Übergangszeit den
Strom für die Wärmepumpe noch selbst herstellen. Diese Häuser
gehen in Richtung Plusenergiehäuser.
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Modulares Wohnen
MÖSENEDER_Mobilität wird immer gefragter und gleichzeitig
möchten die Menschen im Grünen wohnen, ein Trend, der sich
durch die aktuelle Coronakrise noch einmal verstärken wird. Das
Microhome ist ein mobiles Modulhaus, das ganzjährig komfortabel
bewohnt werden kann. Es wird in kurzer Zeit aufgestellt und bei
Bedarf wieder mitgenommen und an einen anderen Ort gebracht.
Das kleine Häuschen kann in Größen zwischen 20 und 66 m2 als
Smarthome mit einer Haussteuerung, Alarmanlagen und vielen
anderen nützlichen Tools ausgestattet werden.
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Smartes Wohnen
MÖSENEDER_Wir haben vor fast 20 Jahren das erste Bussystem
für Smart Homes installiert und waren hier technischer
Vorreiter. In punkto smarten Wohnens gibt es bei Fertighäusern
keine Einschränkungen: Heizung, Lüftung, Beschattung oder
Alarmanlage, das lässt sich alles miteinander verknüpfen und am
Smartphone oder Tablet steuern. Den ganz großen Vorteil sehe
ich hier bei Häusern, die nicht ständig bewohnt werden. Wir haben
Ferienhäuser gebaut, bei denen die Besitzer dann von zuhause aus
das Haus heizen und immer im Blick haben, ob die Beschattung
passt oder die Alarmanlage funktioniert.
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Flexibles Wohnen
MÖSENEDER_Auf diesen Trend haben wir mit einem
mitwachsenden Wohnkonzept reagiert, das sich Be Free nennt.
Das Haus hat einen quadratischen Grundkörper, den man später
bei Bedarf ergänzen und erweitern kann. Man kann dazu an beiden
Achsen zusätzliche Räume anbauen, wie etwa ein Büro. Man
kann auch aufstocken und das ergänzte Stockwerk dann später
wieder zurückbauen. Es geht sogar so weit, dass man aus einem
Einfamilienhaus ein Zweifamilienhaus macht.
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Technik
MÖSENEDER_Jedes unserer neuen Häuser wird mit der neuen
Klimaschutzwand „climateSkin“ mit hinterlüfteter Fassade gebaut.
Hier sorgt ein klimaregulierender Schutzschild in der Außenwand
für Wärme im Winter und angenehmes Klima im Sommer. Zudem
können raumhohe Fenster eingebaut werden, die mit einer
integrierten Beschattung ausgestattet sind. Durch den hohen
Vorfertigungsgrad reduziert sich die Bauzeit vor Ort auf ein
Minimum.
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Ressourcen
MÖSENEDER_Holz ist wirklich ein hervorragender Baustoff, weil
es eine nachwachsende Ressource ist und fast ewig hält, wenn
man es pflegt. Es gibt alte Bauernhäuser und Fachwerkshäuser
aus Holz, die über 400 Jahre alt sind. Das zweite ist, dass
gerade mit dem Baustoff Holz sehr hochdämmende Wände
hergestellt werden können. Wir haben mittlerweile bei unseren
Musterhäusern ein Passivhaus und zwei Plusenergiehäuser.
Die Plusenergiehäuser liefern mehr Energie, als sie zum
komfortablen Wohnen brauchen. Das erreichen wir durch
eine Kombination aus einer sehr guten Gebäudehülle, einer
effizienten Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage.