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 Text Lena Linortner,  
 

 Daniela Ullrich

 Foto Daniela Ullrich, Cetus  
 

 Baudevelopment 

 

 

 Sima Prodinger

 Illu Gettyimages

„Wien ist anders“, so heißt es. Aber wie anders ist es? Unter diesem Motto begeben 

wir uns in die Bundeshauptstadt, um das Getümmel abseits der klassischen 

Touristenhotspots zu entdecken. Schnee im Sommer, wie 

Mozart übernachtet oder die Skyline der Stadt ganz alleine 
genießen: Das alles haben wir dort erlebt. 

WIEN MAL ANDERS“

… einst Mozart residierte.

Die Stadtexpedition startet im Vier-Sterne-Hotel 

„Das Tigra“ (1). An dieser Adresse übernachtete 

einst sogar Mozart. Die Geschichte des Gebäudes 

reicht nämlich bis in das 16. Jahrhundert zurück. 

Zwei Tiroler Familien haben das Gebäude in den 

1970er Jahren erworben, mittlerweile wird es in 

dritter Generation geführt. Egal ob der Stephans-

dom, die Oper oder die Hofburg: Alle Sehens-

würdigkeiten sind innerhalb weniger Gehminu-

ten erreichbar. Das Hotel bietet über 78 Zimmer 

in insgesamt sechs Kategorien, von kleinen, ge-

mütlichen Zimmern bis zu großen, komfortablen 

Suiten. Ob Mozart wohl auch schon in der gro-

ßen Suite übernachtet hat?

… es das ganze 

Jahr schneit.

Wie anders Wien tatsächlich ist, zeigt die Schnee-

kugelmanufaktur im 17. Bezirk Hernals. An 

einem heißen Sommertag sind wir mitten im 

Schneesturm bei Erwin Perzy (2) dem Dritten 

und seiner Tochter Sabine gelandet. Dort schneit 

es schon seit 120 Jahren über vier Generatio-

nen hinweg. Erfunden hat die Schneekugel der 

Großvater, Erwin Perzy der Erste, durch Zufall. 

Der gelernte Chirurgieinstrumentenmechaniker 

experimentierte, um die Belichtung für Chirur-

gen zu verbessern. So kam ihm die Idee, in eine 

wassergefüllte Glaskugel Grieß hinzuzufügen. 

Die gewünschte Wirkung erzielte er zwar nicht, 

aber die Schneekugel war erfunden. Heutzutage 

werden jährlich rund 200.000 Stück des belieb-

ten Souvenirs in Handarbeit hergestellt. Dafür 

werden Glas aus Belgien, Verpackungskarton aus 

Deutschland und Holzsockel aus Oberösterreich 

verwendet. Von Klassikern wie dem Riesenrad bis 

zu außergewöhnlichen Motiven wie Klopapier-

rollen im Schnee ist alles dabei. Geschäftsführe-

rin Sabine Perzy hatte die Idee für die Klopapier-

Schneekugel am Beginn der Coronapandemie. 

In Summe wurden sage und schreibe 8.000 

Stück verkauft. Außerdem kann man nicht nur 

die Herstellung und den Verkauf in der Schnee-

kugelmanufaktur erleben, sondern auch ein 

kleines Museum zur Vielfalt der Schneekugeln  

besuchen. 

Dort, wo ...

WIEN MAL ANDERS“

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