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Wir fahren nach Kefermarkt, den genauen Ziel-

ort findet das Navi (noch) nicht. Kein Wunder, 

die große Halle, die sich mit schlichter, aber doch 

sehr präsenter Fassade zeigt, ist noch nicht lange 

die neue Adresse für Autofans. Trotzdem ist „The 

Car Loft“ leicht zu finden und schließlich un-

übersehbar. Wie ein typisches Autohaus sieht es 

allerdings nicht aus. 

Stefan Reichhart empfängt uns an der Tür. Mit 

breitem Grinsen und sichtlich stolz auf sein neues 

Projekt: Im Car Loft bietet der 27-Jährige seinen 

Kunden auf 700 Quadratmetern „Jungwagen zu 

einem unschlagbaren Preis“, wie er sagt. Die-

se präsentieren sich in einem ungewöhnlichen 

Ambiente: sehr außergewöhnlich, sehr cool und 

sehr einladend. In Betonoptik gehalten, mit zwei 

eingezogenen Galerien, die nochmal zusätzlich 

200 Quadratmeter Platz bieten. Mit vielen frei-

stehenden Elementen wird die große Halle zum 

außergewöhnlichen Verkaufsraum. Holzböden 

schaffen den Kontrast zum kühlen Industrie-

design. Lockere Wohnzimmeratmosphäre statt 

sprödem Autohausdunst. „Das Loft soll unsere 

Philosophie spiegeln: Wir sind kein gewöhnliches 

Autohaus. Wir sind frisch, modern und trotzdem 

professionell.“

BLAU-WEISSER ERFOLG

Stefan Reichhart führt uns herum. Es fällt auf, 

dass die meisten Autos das bekannte blau-wei-

ße Emblem tragen. Eine Marke, mit der sich der 

neue Firmenchef bestens auskennt. Schon im 

elterlichen Betrieb hat er sich auf die bayrischen 

Autos spezialisiert und nach seinem Studium an 

der JKU Linz sämtliche Ausbildungen bei BMW 

durchlaufen. „Ich war damals der Erste im Unter-

nehmen, der sich intensiver mit den kaufmänni-

schen Themen beschäftigte und der größer und 

weiter dachte. Der Großvater gründete in den 

Siebzigerjahren das Autohaus, später übernahm 

mein Vater. Als ich 2012 angefangen habe, wa-

ren wir bei 300 Stückzahlen im Jahr und dreizehn 

Millionen Euro Umsatz. Zum Schluss verkauften 

wir jährlich 800 Einheiten bei einem Umsatz von 

30 Millionen“, sagt Reichhart, der maßgeblich 

zum Erfolg beitrug, und fügt hinzu: „Das Ge-

schäft wäre in der dritten Generation also wirk-

lich groß geworden.“ Doch stattdessen steht der 

Jungunternehmer nun wieder am Anfang. Aber 

warum eigentlich?

„Ich habe mich von meiner Familie aufgrund pri-

vater Differenzen losgelöst“, beginnt der Ober-

österreicher zu erzählen, „meine Eltern übten 

extremen Druck auf mich aus und wollten meine 

Persönlichkeit verändern. Es passt ihnen schlicht-

weg nicht, wie ich lebe. Das war im Grunde 

schon immer so, nur wollte und konnte ich mich 

dieser Situation schließlich nicht mehr beugen.“ 

Schon seit seiner Jugend ist das Verhältnis zu sei-

nen Eltern eher angespannt: „Sie haben ihre eige-

ne, für mich nicht nachvollziehbare, tiefreligiöse 

Weltvorstellung. Keine Ahnung, wie sie da hin-

eingekommen sind. Ich erlebe das schon mein