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Diversität und Transparenz. Das ist bei Empfeh-
lungsalgorithmen wichtig und momentan ein
ganz großes Thema“, so Engleitner. Für sie mache
das die Arbeit an Newsadoo aus: Dass das Unter-
nehmen eine gesellschaftlich wichtige Funktion
ausfüllen und dabei von Anfang an alles richtig
machen möchte. „Mir ist das Miteinander sehr
wichtig: Wir beziehen die Verlage mit ein, anstatt
ihnen noch eine Konkurrenzlösung entgegenzuset-
zen. Auf lange Sicht ist das nachhaltig und sichert
das Bestehen der Medienvielfalt“, sagt Engleitner.
„Ich finde es cool, dass Newsadoo eine Alternative
zu den großen, amerikanischen Playern darstellt.
Dass wir uns als Start-up trauen, Facebook und
Google etwas entgegenzustellen. Wir brauchen
uns auch nicht zu verstecken, wir sind in Europa
technologisch gut dabei.“
FREIRÄUME
Um so große Aufgaben anzugehen, muss die Zu-
sammenarbeit funktionieren. „Wir sind ein Team
von zwölf Leuten, da arbeitet jeder eng mit jedem
zusammen. Das finde ich toll, weil man so Zugang
zu unterschiedlichen Erfahrungen und Skills hat“,
sagt Alexander Sandberg. Er ist bei der Suche nach
einem Unternehmen für seine Masterarbeit auf
Newsadoo gestoßen. Ein Jahr und einen Umzug
von Schweden nach Österreich später ist Sandberg
als Head of Product Experience zuständig für das
User-Experience- und User-Interface-Department
von Newsadoo. „Ich bin hergezogen, weil ich an-
dere Kulturen kennenlernen wollte – das passiert
bei uns täglich.“
Das Newsadoo-Team ist nicht nur selbst interna-
tional aufgestellt, sondern hat auch Kontakte und
Partner auf der ganzen Welt. Johannes Knierzin-
ger, Head of Partner Management, ist dementspre-
chend viel unterwegs. „Mein Job hat mich schon
nach London zum Guardian oder zum South by
Southwest nach Texas gebracht. Wir suchen den
Kontakt zu Usern, Investoren und Verlagen, und
letztere laden uns auch immer wieder in ihre Head-
quarters ein, um gemeinsam Projekte zu erarbeiten.“
Wer mit seinem Produkt innovativ sein will,
macht wahrscheinlich Fehler. „Wer keine Fehler
macht, der trifft keine Entscheidungen, ist nicht
mutig und versteckt sich hinter anderen“, lautet
das Motto von David Böhm. „Ich habe also viel
mehr ein Problem damit, wenn jemand keine
Fehler macht.“ Dass etwas schief geht, gehöre
also zum Lernprozess. „Ich mache selbst ständig
Fehler. Es ist dann nur wichtig, denselben Fehler
nicht zweimal zu machen. Man muss reflektiert
sein, neue Entscheidungen treffen und dann wie-
der sein Bestes für das Unternehmen geben“, sagt
Böhm.
Dafür schießt er seinen Mitarbeitern auch Ver-
trauen vor: „Ich will, dass jeder Verantwortung
übernimmt, für sich und für Newsadoo“, so
Böhm. „Fachliche Kompetenz ist natürlich die
Basis für die Arbeit bei uns. Wir wollen aber vor
allem hungrige Leute im Team, die eigenständig
Entscheidungen treffen, die proaktiv sind. Wir
wollen niemandem einfach einen Job geben,
sondern ein Umfeld, in dem man sich komplett
austoben und entfalten kann. Und dafür braucht
es auch die richtigen Talente.“
In den vergangenen Jahren konnte Newsadoo
immer wieder Auszeichnungen einheimsen, zu-
letzt beispielsweise auf dem Kongress South by
Southwest in Texas. „Wenn wir solche Erfol-
ge haben, wird auch ordentlich gefeiert“, sagt
Böhm. Neben dem Gründerteam stieg letztes
Jahr auch die Raiffeisenlandesbank Oberös-
terreich ins Unternehmen ein. Kapital ist also
da, das Potential zu wachsen gigantisch. Jetzt
braucht es noch die richtigen Leute, um noch
einmal richtig Gas zu geben. Doch die Neuzu-
gänge sollen auch ins Team passen: „Ich möchte
gleich beim Bewerbungsgespräch merken, dass
jemand in den Startlöchern steht und endlich
Gas geben möchte, richtig Potential und Willen
spüren“, so Böhm. _
Nora Engleitner
Data Scientist, Newsadoo
Wir legen bei
unserer Arbeit sehr
großen Wert auf
Diversität
und Transparenz.
Alexander Sandberg
Head of Product Experience,
Newsadoo
Wir sind ein
Team
von zwölf Leuten, da
arbeitet jeder eng mit
jedem zusammen.