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Gut gelaunt kommen Manfred Haimbuchner 

und Herwig Mahr zum abendlichen Kochen in 

der HAKA Schauküche in Traun an. „Wir brau-

chen heute unbedingt Beweisfotos – das glaubt 

mir sonst niemand“, scherzt Mahr darüber, dass 

er in puncto Kulinarik üblicherweise eher als 

leidenschaftlicher Verkoster und weniger als en-

thusiastischer Küchenchef in Erscheinung tritt. 

Während sich die beiden die Kochschürze über-

werfen, stellt Haimbuchner klar: „Ich koche aber 

tatsächlich hin und wieder. Ein gutes Schnitzerl 

ist überhaupt kein Problem.“ Sichtlich erfreut be-

richtet er über seinen jüngsten Kocherfolg: „Vor 

kurzem habe ich zum ersten Mal Marillen-Pala-

tschinken selbst gemacht – die sind auf Anhieb 

gut geworden. Gleich die erste war optimal, das 

war wirklich ein Traum.“ „Eh klar, und mich hast 

du natürlich wieder nicht eingeladen – und das, 

obwohl du genau weißt, wie gern ich Süßspeisen 

hab“, merkt Mahr amüsiert an. Bei der Menüaus-

wahl für heute waren sich die beiden schnell ei-

nig: Schweinsbraten mit Stöcklkraut und Serviet-

tenknödel. Als Anleitung dient dabei das Rezept 

aus „Hedi Klingers Familienküche“, dem Koch-

buch, in dem die kulinarischen Werke der Mutter 

des Gastronomen und Parteikollegen Landesrat 

Wolfgang Klinger festgehalten sind. „Wir sind 

Freunde der traditionellen Hausmannskost und 

der Schweinsbraten ist ein oberösterreichischer 

Klassiker“, erklärt Haimbuchner. An der Zuberei-

tung hat sich bisher noch keiner der FPÖ-Politi-

ker versucht. Angesichts des jüngsten Palatschin-

ken-Erfolgs versprüht Haimbuchner allerdings 

Optimismus: „Dieses Mal sind wir sogar zu zweit. 

Was kann da noch schiefgehen?!“ 

„DAS GEHEIMNIS LIEGT DARIN, 

HUNGRIG ZU BLEIBEN“

Haimbuchner und Mahr krempeln die Ärmel 

hoch und legen los. Sie machen sich zuerst dar-

an, den Braten vorzubereiten, schließlich muss er 

knapp drei Stunden im Rohr verweilen. Vom auf-

kommenden Hunger beflügelt, sind das Wurzel-

gemüse und die Zwiebel schnell geschnitten und 

liegen gemeinsam mit dem Fleisch in der Bratrei-

ne. „Gib ordentlich Kümmel drauf, Herwig – ich 

massier das schön ein“, freut sich Haimbuchner 

über den saftigen Anblick. Währenddessen um-

legt Mahr den Schopf mit Knochen und zerklei-

nert den Knoblauch, den Haimbuchner ebenfalls 

einmassiert. Ein Schuss Wasser hinzu, sodass 

der Boden der Bratreine bedeckt ist, und ab ins 

Rohr! Obwohl die beiden zum ersten Mal ge-

meinsam am Herd stehen, wirken sie eingespielt. 

„Wir kennen uns schon seit über 30 Jahren. Das 

macht schon sehr viel Spaß, wenn sich zwei Poli-

tiker so gut verstehen und auch privat befreun-

det sind. Da weiß man genau, wie der andere 

tickt“, erklärt Mahr das koordinierte Teamwork 

in der Küche. Fünfzehn Minuten später wird der 

Schweinsbraten noch einmal aus dem Rohr ge-

holt und mit Schweineschmalz eingestrichen, da-

nach ist erst einmal ein bisschen Zeit für einen 

kurzen Polit-Talk. Immerhin stehen im nächsten 

Jahr die Landtagswahlen in Oberösterreich an. 

Schopfbraten

2 kg ausgelöster Schweinsschopf

300 g Schweinsknochen

Wurzelgemüse

Knoblauch

1 Zwiebel

Rindsuppe

Schweineschmalz

Kümmel ganz 

Kümmel gemahlen

Salz, Pfeffer

Zutaten

Serviettenknödel

300 g Knödelbrot

Gehackte Petersilie

50 g Butter

3 Eier

½ l Milch

1-2 EL Mehl

Muskatnuss, Salz

Stöcklkraut 

1 Krautkopf

Kümmel, Salz