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Handgefertigte und individuell konfigurierbare

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sundheit der Tiere auf natürlichem Wege zu sichern 

und Ernährungslücken zu füllen“, sagt Grabherr. 

Das Unternehmen wurde 1999 in Kremsmünster 

gegründet, derzeit arbeiten etwa 20 Mitarbeiter im 

Betrieb. Etwa 30 Prozent der Produkte werden im 

DACH-Raum abgesetzt, der Rest vorwiegend nach 

Lateinamerika und Südostasien exportiert. Im Ver-

gleich zu dortigen Verhältnissen sind die österrei-

chischen Landwirtschaftsbetriebe mit einer durch-

schnittlichen Größe von 45 Hektar winzig. „Wir 

haben in Österreich keinen wirklich großen land-

wirtschaftlichen Betrieb, darum würden wir uns 

im internationalen Wettbewerb relativ schwertun“, 

sagt Grabherr. Er sieht es positiv, dass man sich in 

Österreich durch den Fokus auf regionale Produkte 

gewissermaßen vom Rest der Welt abkoppelt. 

160.000 landwirtschaftliche Betriebe gibt es der-

zeit noch in Österreich, 250.000 Menschen arbei-

ten für sie. „Denen müssen wir in Zukunft auch 

eine Perspektive geben“, sagt Siegfried Pöchtrager. 

Dafür müssten alle anpacken – von den Landwir-

ten selbst über die Konsumenten, Medien bis zur 

Politik. Hannes Royer, Landwirt und Gründer des 

Vereins Land schafft Leben, lässt sich seinen Op-

timismus nicht nehmen, wenn es um den Fort-

bestand der österreichischen Landwirtschaft und 

Lebensmittelproduktion geht. Royer: „Ich bin mir 

sicher, dass irgendwann die Wende kommt und wir 

es schaffen werden, die kleinstrukturierte Landwirt-

schaft in Österreich zu erhalten. Diese Wende kann 

mit der Corona-Krise ihren Anfang nehmen. Jetzt 

ist das Bewusstsein für die Wichtigkeit regionaler 

und nachhaltiger Produkte hoch. Wenn wir uns als 

Konsumentinnen und Konsumenten jetzt klar ma-

chen, dass wir mit jeder bewussten Kaufentschei-

dung steuern, ob es auch in Zukunft noch öster-

reichische Lebensmittel aus unserer Landwirtschaft 

und unserem Lebensraum gibt, haben wir viel  

gewonnen.“_

Das Ansehen der Landwirtschaft 

ist verlorengegangen, das muss 

sich wieder ändern.

Siegfried Pöchtrager

Wissenschaftler, BOKU Wien