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UND DANN?

 Text Susanna Wurm

 Foto Mario Riener

Eigentlich ist Regen angesagt. Die Wetterapp 

zeigt dunkle Wolken. Doch es kommt ganz an-

ders. Die Sonne schiebt selbstbewusst die Wolken 

zur Seite und blinzelt neugierig hervor. Vielleicht 

ist es mit Zukunftsthesen ähnlich – mal sind ihre 

Prognosen besser, mal schlechter als die Realität. 

Über eben diese Zukunftsthesen unterhalten wir 

uns mit Markus Achleitner, während wir rund 

um das Schlossmuseum in Linz den Blick (mit 

zusammengekniffenen Augen, wer denkt schon 

an eine Sonnenbrille bei dem Wetterbericht) über 

die Stadt, das Land, die Industrie, die kleinen und 

großen Betriebe schweifen lassen. 

8 THESEN 

zur Wirtschaftswelt 

nach Corona

These 1

Wirtschaft braucht Innovation. Jetzt 

erst recht. Denn jetzt ist die Zeit für 

neues unternehmerisches Denken und 

Handeln. Viele Unternehmen sparen 

aber in der Krise an Innovationen und 

benötigen Anreize, um zu investieren.

ACHLEITNER

_Innovation war immer der Treiber 

der Wirtschaft und Oberösterreich ist deswegen 

wirtschaftlich Nummer eins in Österreich, weil 

wir dem Thema Innovation so viel Aufmerksam-

keit schenken. Jetzt in der Krisenphase gab es um 

30 Prozent mehr Forschungsförderungsanträge, 

jeder dritte Antrag ist von einer neuen Firma. 

Das zeigt, dass die Zeit genutzt wurde, um in 

Kreativität und Innovation zu investieren. Inno-

vation schafft Zukunft. Das war immer das Er-

folgsmotto für Oberösterreich und wird es auch  

bleiben. 

These 2

Das Image des Wirtschaftsstandortes 

Österreich profitiert vom Umgang 

mit der Gesundheitskrise und den 

niedrigen Infektionszahlen.  

ACHLEITNER

_Österreich und Oberösterreich 

haben gezeigt, dass sie Krisen und auch diese 

völlig überraschend gekommene Krise managen 

können. Eine mindestens so große Herausforde-

rung wie die Gesundheitskrise ist aber, jetzt die 

wirtschaftlichen und sozialen Folgen zu managen. 

Insofern hat es für das Image des Standortes et-

was Positives gebracht: Weil wir zeigen, dass wir 

politisch stabil sind, sodass solche Maßnahmen 

möglich waren, und dass wir jetzt auch mit einer 

guten Portion Optimismus da wieder herauskom-

men. Ich sage oft bei Krisengesprächen: „Wenn es 

wer schafft, dann sind es wir Oberösterreicher.“ 

Man spürt sehr viel Zusammenhalt. 

Es war einmal ein Land, da lebten die Menschen seit Jahrzehnten im Wohlstand, es war geprägt 
von ständiger Weiterentwicklung und großer Sicherheit. Dann kam Corona. Das Zukunftsinstitut 
zeigt in seiner aktuellen Studie „Die Welt nach Corona“, wie sich die Krise auf Wirtschaft, 
Märkte und Lebenswelten auswirken könnte
. Doch was bedeutet das konkret für den 

Wirtschaftsstandort Oberösterreich? Das fragen wir Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner.