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nicht nur den russischen Skiverband 
mit vier Rennlauf-Steinschleifmaschi-
nen aus, sondern lieferte auch einen 
Großteil aller Skiservicemaschinen und 
Ausstattungen für Verleihstationen und 
Sportgeschäfte. Dem Tourenski-Her-
steller Hagan kam die brisante Sicher-
heitslage zugute: 800 Paar Tourenski 
wurden zur Absicherung der Region an 
eine russische Spezialeinheit geliefert. 

„Ausschlaggebend für den Erfolg war si-

cherlich, dass viele der oberösterreichi-
schen Unternehmen bereits lange am 
russischen Markt präsent sind – ent-

weder mit einer Tochterfirma oder mit 

einem starken Vertriebspartner“, sagt 
Fellner. Dies sei besonders wichtig, da 
in der russischen Geschäftswelt ein ho-
her Wert auf langfristige Kontaktpflege 
gelegt werde – die Präsenz vor Ort ist 
notwendig. Einige oberösterreichische 
Firmen konnten als Subunternehmen 
für österreichische Großunternehmen 
Aufträge an Land ziehen. „In Russland 
ist die hohe Qualität heimischer Pro-
dukte bekannt und wird auch sehr ge-
schätzt“, sagt Fellner. Österreichisches 
Know-How im technischen Bereich wie 
zum Beispiel Maschinen und Anlagen, 
Kommunalwirtschaft aber auch im Be-

reich Tourismus und Freizeitwirtschaft 
würden sich großer Beliebtheit erfreu-
en. 

Neben der frühzeitigen Schaffung von 
Rahmenbedingungen durch die WKO ist 
aber vor allem auch die Präsenz wäh-
rend der Spiele ein wichtiger Faktor 
für den Abschluss von neuen Geschäf-
ten und der nachhaltigen Stärkung der 
Marke. „In völlig anderen Kulturen und 
Märkten ein typisch heimisches Pro-
dukt authentisch zu präsentieren ist in 
der Regel nicht einfach. Wir waren zwar 
in Russland bereits umfassend aktiv, 
trotzdem ist es etwas ganz Besonderes 

,wenn man als Unternehmen die Mög-

lichkeit hat, sich praktisch der ganzen 
Welt fernab von Österreich in einem 
so emotionalen und sympathischen 

Ambiente, wie dem Österreich-Haus, 
präsentieren zu können.“ sagt Backal-
drin-Chef Augendopler. Die Präsenz 

von backaldrin blieb auch den Fernseh-

zuschauern zuhause in Österreich nur 
schwer verborgen. Kein Olympiastudio 
oder anderer Bericht aus dem Öster-
reich-Haus, in dem nicht mehrfach das 

backaldrin-Logo völlig selbstverständ-
lich ins Bild gerückt wurde. Milliarden-
schwere Investitionen in Wintersport-

aUsschLaggebend für den 

erfoLg War sicherLich, dass 

VieLe der oberösterreichischen 

UnternehMen bereits Lange aM 

rUssischen MarKt präsent sind.

dietmar fellner

WIRtSCHAFtSDELEGIERtER

Infrastruktur in einer subtropische 
Klimazone, Korruptionsskandale und 
politisch fragwürdige Positionen: Die 
Olympischen Winterspiele in Sotschi 
wurden schon vor ihrem Beginn heftig 
kritisiert. Rein wirtschaftlich betrachtet 
waren sie für heimische Unternehmen 
aber sehr erfolgreich. Für die Vorberei-
tung haben circa 40 österreichische Fir-
men – unter ihnen auch viele oberöster-
reichische – Aufträge im Gesamtwert 
von etwa 1,3 Milliarden Euro erhalten. 
Und: „Die Unternehmen konnten durch 
ihre sehr guten Leistungen überzeugen, 
Kontakte knüpfen und sich einen guten 
Ruf machen“, sagt Fellner. Die Chan-
cen für weitere Folgeaufträge – wie im 
Rahmen der Vorbereitung auf die Fuß-
ballweltmeisterschaft 2018 – sieht der 
Wirtschaftsdelegierte sehr positiv. _