Mit Flexibilität Standort sichern

Die Zeiten sind herausfordernd. Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, ist längst nicht mehr nur Aufgabe von Wirtschaft und Industrie.

„Die Herausforderungen müssen Politik, Sozialpartner und Industrie gemeinsam lösen“, fordert BMW Werk Steyr-Chef Gerhard Wölfel und spricht klar aus, was notwendig ist, um den Wirtschaftsstandort abzusichern: „Wir brauchen mehr Flexibilität! Der zehn-Stunden-Tag ist antiquiert, ein Dinosaurier. Ein flexibler Arbeitstag von bis zu zwölf Stunden ist nicht am Fließband, aber bei den Spezialisten notwendig.“

Standhaft am Standort

Dass BMW seine Zukunft in Oberösterreich sieht, wird deutlich, wenn man sich die Investitionen am Standort Steyr vor Augen führt. In den vergangenen vier Jahren wurden 1,4 Milliarden Euro in das Motorenwerk investiert. Über 50 Prozent aller BMW-Motoren werden in Steyr produziert, im Jahr 2015 mit 850.000 Dieselmotoren so viel wie noch nie und um 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit über 4.400 Mitarbeitern in Oberösterreich ist BMW auch einer der größten Industriebetriebe Österreichs und ein bedeutender Arbeitgeber.

Neben der Forderung nach Arbeitszeitflexibilisierung warnt Wölfel vor weiteren bürokratischen Hürden und Belastungen. „Im Exportland Österreich diskutiert die Politik über eine flächendeckende LKW-Maut. Wie sinnvoll ist das?" Trotz aller Warnungen stimmen die aktuellen Zahlen den BMW-Boss aber zuversichtlich. Nicht nur das Werk in Steyr, sondern auch die BMW Group Österreich hat ein Jahr der Superlative hinter sich, mit einem Absatz- und Umsatzrekord.

Die nächsten 100 Jahre

2016 soll dem nicht nachstehen, zumal heuer ein großes Jubiläum gefeiert wird. Vor 100 Jahren, am 7. März 1916, wurde BMW gegründet. Auch wenn in München gerade am ursprünglichen Standort ein neues BMW Zentrum eröffnet wurde, wo die langjährige Tradition im Fokus steht, denke man trotzdem lieber vorwärts als zurück. „Das Motto der 100-Jahr-Feierlichkeiten ist 'the next 100 years'. Wir haben den Blick in die Zukunft gerichtet. Und wir setzen klar auf den Standort Steyr und Österreich - sonst hätten wir nicht auch 2015 wieder 340 Millionen Euro am Standort investiert. Wir müssen gemeinsam die Zukunft mit Mut und Demut gestalten. Denn alleine kann die Industrie das nicht schaffen“, so Wölfel._

"Wir müssen die Zukunft mit Mut und Demut gestalten. Alleine kann die Industrie das aber nicht schaffen."

Gerhard WölfelGeschäftsführer, BMW Werk Steyr

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