„Weil‘s nicht egal ist …“

Die Erema Group ist essentiell. Ja, das kann man ruhig so sagen. Denn ohne die technologischen Weiterentwicklungen durch Erema, ein Unternehmen, das in den vergangenen Jahren quasi von der Garagenfirma zur international agierenden Unternehmensgruppe mit weltweit mehr als 660 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewachsen ist, wäre das Kunststoffrecycling nicht dort, wo es heute ist. Wie es dem Weltmarktführer gelingt, die DNA des Unternehmens mittels Employer Branding erlebbar zu machen, und wie wichtig Authentizität bei der Mitarbeitersuche ist, haben wir bei unserer Stippvisite in Ansfelden erfahren.

Drei Techniker, ein aufstrebender Werkstoff und eine Idee. Das waren die Anfänge von Erema – das steht für „Engineering Recycling Maschinen und Anlagen“. 1983 gründeten die Freunde Georg Wendelin, Helmut Bacher und der mittlerweile verstorbene Helmuth Schulz die Firma und bauten den Prototyp einer Kunststoffrecyclinganlage. Der Rest ist eine beeindruckende Erfolgsgeschichte in der Kreislaufwirtschaft. Das Familienunternehmen zählt heute zu den weltweit führenden Anbietern von Kunststoffrecyclingmaschinen. Etwa 6.500 Anlagen „made in Ansfelden“ sind in über 100 Ländern rund um den Globus im Einsatz. Sie produzieren rund 14,5 Millionen Tonnen Kunststoffgranulate im Jahr. Das Wachstum in den vergangenen Jahren? Enorm! Über 660 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind es mittlerweile, die in der Erema Group, die eine große Unternehmensgruppe von weltweit sieben Unternehmen ist, beschäftigt sind.

Vorausdenken war schon immer „so das Ding von Erema“, wie es scheint. Marketingleiter Gerold Breuer, der vor zehn Jahren zum Unternehmen fand, erzählt, dass er seit Anbeginn seines Schaffens viel Energie dafür aufwandte, Werte und eine sich daraus ergebende Firmenkultur herauszudestillieren – quasi den Grundstein für das Employer Branding zu legen. Ein mittlerweile fast überstrapaziertes Schlagwort, damals bei Weitem noch nicht so hip. Unterstützung dabei fand er bei der externen Agentur für bewegende Markenführung Primeconcept+, die sich schnell als richtiger Partner herausstellte, um die Potentiale, die im Unternehmen schlummerten, zu heben. „Was macht uns aus? Was ist unsere DNA? Warum sind wir so erfolgreich? Was treibt uns an?“, das waren die Fragen, die sich Breuer mit Wolfgang Pastl und Claudia Froschauer von Primeconcept+ stellte. Sie waren es auch, die es verstanden, die Firmenkultur mit der Mission “Another life for plastic. Because we care” zu vereinen.

Die Mission zur Vision

Green Companies sind sexy wie nie zuvor, eine gemeinsame Mission befriedigend und ein sinnstiftender Arbeitsplatz für viele der Grund, warum sie so verdammt gern zur Arbeit kommen. „Es ist eine historische Chance, in der Kunststoffbranche tätig zu sein. Wir alle brauchen Kunststoff – wir müssen nur lernen, ihn klüger anzuwenden. Und müssen es schaffen, weg von der Wegwerf-, hin zur Kreislaufwirtschaft zu kommen. Mit unseren Maschinen sind wir da ganz vorne dabei“, sagt Gerold Breuer voller Überzeugung. Employer Branding der authentischen Art.

Während der – zugegeben, schon etwas ausgelutschte und oft fehlinterpretierte – Begriff bei vielen Unternehmen mittels Kicker, Obstkorb und Coffee for free gefeiert wird, ist bei der Erema Group ganz klar, was es heißt, eine Arbeitgebermarke zu schaffen: „Bewerber wollen wissen, was der zukünftige Arbeitgeber den Mitarbeitenden bietet, für welche Werte er einsteht und vor allem, wie es sich anfühlt, dort zu arbeiten. Daher ist die Arbeitgebermarke strategisch wichtig, um Mitarbeiter zu gewinnen, die zum Unternehmen passen“, sagt Uli Voithofer, der es in Zusammenarbeit mit dem Erema-Marketingteam und der Beratung und Unterstützung von Primeconcept+ gelungen ist, Lust auf Erema zu machen. Und zwar mit einer 360-Grad-Kampagne auf allen digitalen und analogen Kanälen.

Storytelling 2.0

„Primeconcept+ hat aus dem ‚Because we care‘ im Firmenclaim ein ‚Because I care‘ mit uns erarbeitet“, sagt Markus Haderer, Projektleiter Employer Branding, aus dem Erema-Group-Marketingteam: „Wir zeigen nicht nur, dass es Spaß macht, bei uns zu arbeiten, sondern beleuchten auch den Beitrag, den hier jeder Einzelne leisten kann.“ Geschichten dazu gibt es bei Erema reichlich. Es gibt also viel zu erzählen. Und noch viel mehr zum Zuhören, denn der Agentur ist es mit dem „Because I care“-Impuls gelungen, die Essenz auf den Punkt zu bringen und in mitreißende Geschichten zu verpacken. So entspricht der Kern der Kampagne einem tiefen gegenseitigen Verständnis, wie Gerold Breuer hinzufügt: „Der Projekterfolg war nur möglich, weil wir interdisziplinär zusammengearbeitet haben. Und genauso verhält es sich mit dem vielschichtigen Thema Kunststoff. Ohne das Zutun jedes einzelnen Mitarbeiters geht es nicht. Die persönlichen Werte matchen mit denen des Unternehmens, so kennt jeder seinen Antrieb. Weil‘s eben nicht egal ist, was in Zukunft mit unserer Umwelt passiert. Es lässt mich im Job noch besser werden, dass ich mit meiner Arbeit einen wertvollen Beitrag leisten kann.“

Authentizität, die auch so rüberkommt

„Menschen denken in Bildern und Marken brauchen ein Gesicht“, sagt Claudia Froschauer, die als Strategie- und Kommunikationsexpertin bei Primeconcept+ zusammen mit Geschäftsführer Wolfgang Pastl viele solcher authentischen Gesichter kennenlernte: „Wir sind bei der Entwicklung der Kampagne auf lauter Mitarbeiter gestoßen, die ihre Werte von innen nach außen tragen. Dieses selbstverständliche ‚I care‘ hat mich beeindruckt“, so Pastl._

Die Arbeit­geber­marke ist strategisch wichtig, um Mitarbeiter zu gewinnen, die zum Unternehmen passen.

Ulrike Voithofer HR-Leiterin, Erema Group

Menschen denken in Bildern und Marken brauchen ein Gesicht.

Claudia Froschauer Strategie- und Kommunikationsexpertin, Primeconcept+

Wir haben geschafft zu zeigen, was es ausmacht, bei uns zu arbeiten.

Markus Haderer Projektleitung Employer Branding, Erema Group

Das Selbstverständnis der Unternehmermarke ist beeindruckend.

Wolfgang Pastl Geschäftsführer, Primeconcept+

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