Von Robotern, Insekten und intelligenten Kameras

Factinsect

Fake News und die Verbreitung von Verschwörungstheorien nehmen seit Jahren zu, vielen Menschen fällt es immer schwerer, den Wahrheitsgehalt von Onlinemeldungen zu überprüfen. Das Grazer Startup Factinsect arbeitet an einer Lösung für dieses Problem: Die KI des Unternehmens gleicht Informationen aus Onlineartikeln mit jenen aus einer eigenen Datenbank ab. „Wenn man unsere Browsererweiterung installiert und auf das passende Icon klickt, sieht man sofort, ob die Informationen im Artikel bestätigt sind oder nicht“, sagt Silja Kempinger, Co-Founder und CMO von Factinsect. „Wir identifizieren seriöse Nachrichtenquellen und speichern sie in einer Datenbank ab. Liest ein Benutzer einen Artikel, findet ein neuronales Netzwerk Beiträge aus der Datenbank mit ähnlichen Inhalten und sucht nach Übereinstimmungen“, erklärt Kempinger, die seit vielen Jahren Medienkompetenztrainings anbietet und sich intensiv mit der Problematik beschäftigt. In die Datenbank werden nur Inhalte von Medien aufgenommen, die den journalistischen Ehrenkodex befolgen. Keine Übereinstimmung mit den Inhalten der Datenbank bedeutet allerdings noch nicht, dass es sich bei dem Artikel um Fake News handelt – in diesem Fall sollte der Benutzer aber zumindest kritisch sein oder selbst weiter recherchieren.

Programmiert wurde die KI von CEO Romana Dorfer. Sie startet das Projekt im März 2019, nachdem sie auf das Fake-News-Problem aufmerksam wird – und entwickelt einen funktionsfähigen Prototyp. Die Gründerin beschäftigt sich schon seit Jahren mit Künstlicher Intelligenz: In einem Praktikum sammelte sie erste KI-Erfahrungen, die später an der Grazer Fachhochschule Campus 02 vertieft wurden. „Nach dem Studium habe ich mich weiter intensiv mit dem Thema befasst, da der Bereich sehr schnelllebig ist“, sagt sie. Wertvolle Unterstützung in der Gründungsphase bekamen die beiden Gründerinnen vom Science Park Graz.

Gratis-Teilnahme an Beta-Phase möglich

Bis Ende des Jahres läuft die Betaphase der Software, etwa 100 Tester verwenden die Software momentan regelmäßig, Interessierte können unkompliziert teilnehmen. Neben einem Freemiummodell will sich das Unternehmen zukünftig über eine Premiumversion mit zusätzlichen Funktionen finanzieren, die etwa Unternehmen und Bildungseinrichtungen angeboten werden soll. Den beiden Gründerinnen ist wichtig zu betonen, dass Factinsect die Benutzer nur bei der Suche nach der Wahrheit unterstützen soll. Dorfer: „Wir wollen mit unserer KI keine Artikel zensieren – sondern anzeigen, welche als wahr einzustufen sind.“

Wenn man unsere Browsererweiterung installiert, sieht man sofort, ob die Informationen von Artikeln bestätigt sind oder nicht.

Silja Kempinger Co-Founder, Factinsect

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