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Das Geschäft mit der Online-Medizin

Fast jeder vierte Österreicher hat bereits Medikamente im Netz bestellt, ein weiteres knappes Viertel kann sich das vorstellen. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen das auf die heimischen Apotheken haben wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Das Angebot im Internet bietet jedenfalls nicht nur neue Möglichkeiten für Konsumenten, sondern bringt auch ein erhebliches Risiko.

Internetexplorer öffnen, „Medikamente kaufen“ in die Suchmaschine eintippen, einen Online-Shop auswählen, Bestellung absenden. Hatten 2007 gerade einmal zwei Prozent der österreichischen Bevölkerung diesen Vorgang schon einmal durchgeführt, sind es mittlerweile 22 Prozent. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Linzer market-Instituts. Als Vorteile werden oft die Bequemlichkeit, Diskretion und ein besserer Preis empfunden. Obwohl in der heutigen Zeit viel mehr Menschen bereit sind, Medikamente im Internet zu kaufen, sind die Konsumenten sogar noch kritischer als 2007. Die fehlende Beratung durch einen Arzt oder Apotheker könnte zu einer nicht fachgerechten Einnahme führen, befürchten 84 Prozent.

Nicht zu Unrecht, sagt Ulrike Mursch- Edlmayr, Landespräsidentin der Apothekerkammer Oberösterreich. „Es besteht die Gefahr, dass Beschwerden falsch interpretiert werden“. Dadurch könnte eine Diagnose für eine ganz andere Erkrankung verzögert werden. Arzneimittel vertragen sich oft nicht mit anderen eingenommenen Medikamenten oder Grunderkrankungen, ohne Fachberatung würde man eine Fehltherapie riskieren. Die Transportwege der Anbieter seien oft nicht nachvollziehbar. Auch die Haftung im Falle gesundheitlicher Schäden ist gesetzlich nicht geregelt.

Wirtschaftliche Auswirkungen auf Pharmaindustrie

„Wir beobachten die Entwicklung mit großer Sorge“, sagt Takeda-Geschäftsführer Stefan König. Der internationale Pharmakonzern produziert in Linz Arzneimittel für verschiedene Leiden wie Atemwegs-, Magen- und Herz-Kreislauferkrankungen, die in die ganze Welt exportiert werden. Eine ausreichende Beratung der Kunden ist nur durch ausgebildete Fachkräfte wie Apotheker gewährleistet. „Wir lehnen den Handel von Medikamenten im Internet ab – aus Gründen der Produktsicherheit“, stellt König klar. Ein nicht unerheblicher Teil der Medikamente im Internet ist nachgemacht, sagt das Bundesministerium für Gesundheit. Das hat auch wirtschaftliche Auswirkungen auf Pharmaindustrie und Apotheken. „In Österreich hält sich das noch in Grenzen“, sagt König. Er schätzt, dass Takeda durch Internethandel und gefälschte Produkte etwa drei bis vier Prozent Umsatz verliert. Außerhalb der EU sei die Lage aber dramatischer. Der intensivere Handel mit Medikamenten im Internet wird sich langfristig auch für Apotheken wirtschaftlich bemerkbar machen, glaubt Mursch-Edlmayr. „Wie stark, wird sich aber erst in einigen Jahren einschätzen lassen“, sagt sie. Laut österreichischem Arzneimittelgesetz dürfen nur rezeptfreie Medikamente im Internet erstanden werden. Das Angebot an rezeptpflichtigen Medikamenten im Internet ist trotzdem gewaltig – und reicht von Mitteln gegen Grippe oder Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu Viagra. Auch die Bestellung von rezeptpflichtigen Medikamenten ist kein Problem, wie unser Test zeigt: Wir versuchen, Tramadol zu bestellen. Der Arznei- stoff aus der Gruppe der Opioide wird gegen mittlere bis starke Schmerzen eingesetzt und birgt starkes Abhängig- keitspotential. Der „Online-Arzt“ einer virtuellen Apotheke überprüft unsere beschriebenen Symptome. Zwei Tage später liegt das Medikament auf unserem Schreibtisch.

Mehr Eigenverantwortung gefordert

„Wir müssen mehr Aufklärung betreiben und Eigenverantwortung fördern“, sagt Mursch-Edlmayr. Während bei Ärzten und Apothekern durch E-Health eine genaue Dokumentation über die Medikation der Patienten verlangt wird, kann im Internet ohne Probleme und völlig legal bestellt werden. „Das steht in einem völligen Gegensatz zu unseren Bemühungen – und es wird wirklich viel in E-Health investiert“. Es geht um eine Grundsatzentscheidung, die von der Gesellschaft und vom System getroffen werden müsse, sagt die Landespräsidentin. Wollen wir den Handel mit Arzneimitteln generell liberalisieren? Dann müsse man auch mit den Konsequenzen leben. „Etwa, dass sich eine 14-Jährige die Pille da- nach im Internet bestellt“.

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